DOMRADIO.DE: Wie waren Ihre ersten Arbeitstage als Gemeindereferentin am Hohen Dom zu Paderborn für Sie?
Joana Drießen (Religionspädagogin und erste Gemeindereferentin am Paderborner Dom): Die ersten Tage waren voll mit Begegnungen, Hören, Beobachten und einem ersten Sondieren, was diese Aufgabe in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren sein kann.
DOMRADIO.DE: Welche Aufgaben werden das sein und welche Impulse wollen Sie setzen?
Drießen: Es geht darum, die Pastoral verstärkt in den Blick zu nehmen und noch mehr nach außen zu wirken, als es bisher am Hohen Dom zu Paderborn der Fall war. Das heißt, Glaubensgemeinschaft sichtbar zu machen, Menschen in die Kirche zu bewegen, Angebote transparent zu gestalten, geistliche Angebote zu vertiefen und die Vielfalt der Angebote zu erweitern.
DOMRADIO.DE: Sie haben mal gesagt, dass Sie weniger Schwarz im Kleiderschrank hätten als Ihre Kollegen. Dazu gehören beispielsweise die Domkapitulare und Domvikare. Was bringen Sie sonst noch an Perspektiven mit?
Drießen: Den Satz bereue ich schon ein bisschen. Ich bringe eine weibliche Perspektive mit, meine Gedanken und Gefühle und meinen Blick auf manche Dinge. Außerdem bin ich zweifache Mutter. Das eröffnet andere Zugänge im Umgang mit Menschen und schafft zusätzliche Perspektiven.
DOMRADIO.DE: Frauen übernehmen immer häufiger wichtige Aufgaben in der Kirche. So sind Sie die erste Gemeindereferentin am Hohen Dom zu Paderborn. Wie gehen Sie damit um, möglicherweise besonders beobachtet zu werden?
Drießen: Das ist etwas, das ich immer mehr merke. Vorher habe ich mir da ehrlicherweise gar nicht so viele Gedanken darüber gemacht. Aber ich glaube, dass es gut ist, das Gewohnte ein bisschen zu unterbrechen. Es sorgt immer für Irritation, wenn jemand neu hinkommt, egal ob positiv oder negativ.
Ich bin auf jeden Fall bereit, darauf zu reagieren, und gespannt auf die Meinungen der Menschen, die dahinterstehen. Manchmal stecken da auch Ängste oder Wünsche dahinter.
Das Interview führte Carsten Döpp.