Ersetzen Protestanten katholische Kirche beim "House of One"?

"Gut vertreten"

In Berlin soll ein gemeinsames Bet- und Lehrhaus für Juden, Christen und Muslime entstehen. Bislang ist die christliche Seite jedoch nur durch die evangelische Kirche vertreten - für das Erzbistum Berlin ist das okay. 

"THe House of One" als Modell (dpa)
"THe House of One" als Modell / ( dpa )

Das Erzbistum Berlin fühlt sich beim interreligiösen Bet- und Lehrhaus "House of One" durch die evangelischen Christen gut vertreten. Sich selbst als Träger des Projekts zu beteiligen sei bisher nicht geplant, sagte Bistumssprecher Stefan Förner der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Montag in Berlin. Es liege aber eine Anfrage an Erzbischof Heiner Koch vor, Mitglied des Kuratoriums zu werden und auf diese Weise mitzuwirken.

Dies werde "wohlwollend" geprüft, so Förner. Das Erzbistum engagiere sich bereits in zahlreichen interreligiösen Projekten und werde diese auch fortführen. Bisherige Träger sind die evangelische Kirchengemeinde Sankt Petri-Sankt Marien, die Jüdische Gemeinde zu Berlin im Verbund mit dem Abraham Geiger Kolleg und der muslimische Verein "Forum Dialog". Die Grundsteinlegung auf dem Petri-Platz in Berlin-Mitte ist für April 2020 geplant.

Gemeinsamkeiten betonen

Zuvor hatte sich der CDU-Politiker und Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Markus Grübel, für die Beteiligung der katholischen Kirche am "House of One" ausgesprochen. Das geplante gemeinsame Bet- und Lehrhaus von Juden, Christen und Muslimen könne helfen, den Blick zu weiten, sagte Grübel der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin.

"Wir betonen immer das Trennende", meinte Grübel. Jeder kenne die Unterschiede zwischen den Religionen, dabei übersähen viele, dass es viele Gemeinsamkeiten gebe. "Im Zentrum Berlins einen Ort zu haben, an dem das Gemeinsame gelebt wird, finde ich ein gutes Zeichen - und ich fände es auch gut, wenn die katholische Kirche sich da einbringt."

Christen sind an dem Vorhaben bislang durch evangelische Vertreter beteiligt.

Synagoge, Kirche und Moschee in eins

Der Name "House of One" ("Haus des Einen") bezieht sich auf den Glauben der beteiligten Religionen an einen Gott. Die Grundsteinlegung ist für den 14. April 2020 geplant, dem Jahrestag der Uraufführung von Lessings Theaterstück "Nathan der Weise", das für Verständigung zwischen den Religionen wirbt.

Der Sakralbau soll Synagoge, Kirche und Moschee unter einem Dach sowie einen zentralen Raum der Begegnung mit anderen religiösen und nichtreligiösen Menschen umfassen.

Markus Grübel / © Thomas Trutschel (photothek)
Markus Grübel / © Thomas Trutschel ( photothek )
Quelle:
KNA
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