Erfurter Bischof zieht positive Bilanz des Reformationsjahrs

Jubiläum hat Konfessionen zusammengebracht

Der katholische Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr hat eine positive Bilanz des Reformationsgedenkjahrs gezogen. "Die Erinnerung an die Reformation hat die Konfessionen nicht auseinander, sondern zusammen gebracht."

Lutherdekade (KNA)
Lutherdekade / ( KNA )

Außerdem habe sie ein gutes Glaubenszeugnis in die thüringische Gesellschaft hinein gegeben, sagte er am Donnerstagabend in Jena bei einer Veranstaltung der Kirchenstiftung Sankt Michael. Es freue ihn, dass "in diesem guten ökumenischen Miteinander auch die Verschiedenheiten und die Unterschiede ihren Platz hatten und benannt werden konnten", betonte Neymeyr.

Er verwies darauf, dass es weiter grundlegende Unterschiede zwischen beiden Konfessionen gebe. Er selbst und die mitteldeutsche Landesbischöfin Ilse Junkermann hätten sie auch im Reformationsgedenkjahr nicht ausgeblendet. Als Beispiele nannte er unter anderem das kirchliche Amtsverständnis und das damit verbundene Abendmahlsverständnis sowie das Eheverständnis.

Ökumene-Gespräche haben reiche Früchte getragen

Neymeyr betonte, dass es gelungen sei, die Erinnerung an den 31. Oktober 1517 gemeinsam zu begehen, sei die Frucht vieler ökumenischer Begegnungen und Bemühungen auch auf internationalen Ebenen. Intensive ökumenische theologische Konsensgespräche hätten im Blick auf das Reformationsgeschehen vor 500 Jahren reiche Früchte getragen. Zugleich hob der Bischof hervor: "Ökumene bedeutet in unserem Land nicht mehr nur die Begegnung und das Miteinander von katholischen und evangelischen Christen." 

Die Zahl der orthodoxer Christen sei in Deutschland stark gewachsen und nehme weiter zu. Diese verstärkte Präsenz könne auch eine Chance für das ökumenische Miteinander sein. Die theologische Praxis der Kirchen der Orthodoxie könne neue Perspektiven für den Umgang mit geschiedenen Wiederverheirateten oder für das Abendmahlsverständnis eröffnen.

Bischof Ulrich Neymeyr im Portrait / © Jacob Schröter (KNA)
Bischof Ulrich Neymeyr im Portrait / © Jacob Schröter ( KNA )
Quelle:
KNA