Entführter philippinischer Generalvikar bittet Duterte um Hilfe

"Bitte geben Sie Ihnen, was sie verlangen"

In einem eindringlichen Videoappell hat ein von der islamistischen Terrorgruppe "Maute" entführter Geistlicher Staatspräsident Duterte um Hilfe gebeten. Die Geiseln seien in Lebensgefahr, bestätigte der Bischof von Marawi, Edwin de la Pena.

Rodrigo Duterte (l.), Präsident der Philippinen / © Hoang Dinh Nam (dpa)
Rodrigo Duterte (l.), Präsident der Philippinen / © Hoang Dinh Nam ( dpa )

Die Terroristen forderten die Einstellung der Offensive der philippinischen Armee, sagte die Geisel, der Generalvikar des Bistums Marawi auf Mindanao, Teresito "Chito" Suganob, in dem auf Facebook veröffentlichten Video.

Er ist seit einer Woche in der Hand seiner Entführer. "Wir sind mitten in diesem Krieg, und wir bitten um Ihre Hilfe. Bitte geben Sie Ihnen, was sie verlangen", so Suganob. Gemeinsam mit ihm seien etwa 240 Geiseln in der Gewalt der Terroristen. Durch die "unbarmherzige militärische Offensive" sei ihr Leben in Gefahr, denn die Terroristen seien "bereit, für ihre Religion zu sterben".

"Lebensgefahr für die Geiseln"

Der Bischof von Marawi, Edwin de la Pena, bestätigte die Lebensgefahr für die Geiseln. Einer der Terroristen habe ihn angerufen und mit der Ermordung gedroht, sagte de la Pena dem Nachrichtenportal der Philippinischen Bischofskonferenz. Seit einer Woche liefern sich die Armee und die Terrorgruppe "Maute" schwere Gefechte in der Stadt Marawi. Die 200.000 überwiegend muslimischen Einwohner sind geflohen.

"Maute" versteht sich als Speerspitze der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) auf Mindanao. Duterte hatte in der vergangenen Woche das Kriegsrecht über die Inselgruppe verhängt. Er drohte mit einer gnadenlosen Durchsetzung des Kriegsrechts nach Vorbild des früheren Präsidenten und Diktators Ferdinand Marcos (1917-1989).

Quelle:
KNA