Keine weitere Berufung im Fall von Erzbischof Wilson

Endgültig ein freier Mann

Mit dem Verzicht der Staatsanwaltschaft auf weitere Rechtsmittel ist der emeritierte Erzbischof von Adelaide, Philip Wilson, endgültig ein freier Mann. Wilson war zuletzt vom Vorwurf der Vertuschung von Missbrauchsfällen freigesprochen worden.

Philip Wilson / © Darren Pateman (dpa)
Philip Wilson / © Darren Pateman ( dpa )

Seine Schuld, so die Begründung im Berufungsverfahren Anfang Dezember, sei nicht zweifelsfrei bewiesen. Eine weitere Berufung sei nun nur wegen juristischer Verfahrensfehler möglich, berichtet der australische Sender ABC (Donnerstag). Diese seien aber laut Erklärung der Staatsanwaltschaft nicht gegeben.

Der Interimsleiter der Erzdiözese Adelaide, Bischof Greg O'Kelly, begrüßte den Berufungsverzicht. "Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden und erwarten die Ernennung eines neuen Erzbischofs von Adelaide", sagte der Apostolische Administrator zu ABC.

In erster Instanz schuldiggesprochen

Im Mai war Erzbischof Wilson als bislang höchster katholischer Geistlicher weltweit von einem weltlichen Gericht für schuldig befunden worden, vor rund vier Jahrzehnten als junger Priester im Bistum Newcastle den sexuellen Missbrauch von Jungen durch einen Priester vertuscht zu haben. In der Urteilsbegründung hieß es, das Hauptmotiv für die Vertuschung sei der Schutz der Kirche gewesen.

Wilson habe in der Verhandlung weder "Reue noch Bußfertigkeit" gezeigt.

Ende Juli war Wilson auf Druck des damaligen Premierministers Malcolm Turnbull und weiten Teilen der Öffentlichkeit von seinem Amt als Erzbischof von Adelaide zurückgetreten. Sein Amt hatte er bereits nach seiner Verurteilung in erster Instanz ruhen lassen.


Quelle:
KNA
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