Seine Schuld, so die Begründung im Berufungsverfahren Anfang Dezember, sei nicht zweifelsfrei bewiesen. Eine weitere Berufung sei nun nur wegen juristischer Verfahrensfehler möglich, berichtet der australische Sender ABC (Donnerstag). Diese seien aber laut Erklärung der Staatsanwaltschaft nicht gegeben.
Der Interimsleiter der Erzdiözese Adelaide, Bischof Greg O'Kelly, begrüßte den Berufungsverzicht. "Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden und erwarten die Ernennung eines neuen Erzbischofs von Adelaide", sagte der Apostolische Administrator zu ABC.
In erster Instanz schuldiggesprochen
Im Mai war Erzbischof Wilson als bislang höchster katholischer Geistlicher weltweit von einem weltlichen Gericht für schuldig befunden worden, vor rund vier Jahrzehnten als junger Priester im Bistum Newcastle den sexuellen Missbrauch von Jungen durch einen Priester vertuscht zu haben. In der Urteilsbegründung hieß es, das Hauptmotiv für die Vertuschung sei der Schutz der Kirche gewesen.
Wilson habe in der Verhandlung weder "Reue noch Bußfertigkeit" gezeigt.
Ende Juli war Wilson auf Druck des damaligen Premierministers Malcolm Turnbull und weiten Teilen der Öffentlichkeit von seinem Amt als Erzbischof von Adelaide zurückgetreten. Sein Amt hatte er bereits nach seiner Verurteilung in erster Instanz ruhen lassen.