Gabriele Gien bleibt Präsidentin der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU). Die 64-jährige Sprach- und Literaturwissenschaftlerin wurde bei der nach fünf Jahren turnusgemäß stattfindenden Wahl konkurrenzlos im Amt bestätigt, wie die KU am Mittwoch mitteilte. Vor der Wahl erteilte der Vatikan sein "Nihil obstat" in Bezug auf Gien, eine kirchliche Unbedenklichkeitserklärung.
Gien leitet die einzige katholische Universität in Deutschland offiziell seit 1. Oktober 2016. Zuvor tat sie dies zwei Jahre lang kommissarisch. Sie ist die erste Frau auf dem Posten. Ihre dritte Amtszeit beginnt am 1. Oktober. Gien will darin nach eigenen Angaben die laufenden Verhandlungen mit dem kirchlichen Träger und dem Freistaat Bayern zur Finanzierung der KU nach 2028 "zu einem guten Abschluss" bringen.
Verstimmungen zwischen Staat und Kirche
2023 hatte es Verstimmungen zwischen Staat und Kirche gegeben, nachdem Bayerns Kirche angekündigt hatte, der KU weniger Geld zu geben. Aus der Staatsregierung kam der Vorwurf, die Kirche habe Verabredungen zur Finanzierung der KU platzen lassen. Kurz darauf bekannten sich Freistaat und Kirche gemeinsam zur Zukunft der Uni.
Man sei sich einig, dass Studienangebot und Forschungskapazitäten bis 2028 erhalten werden sollten, hieß es. Unter Giens Führung wurde die KU vielfach ausgezeichnet. So verlieh ihr das Online-Portal "Studycheck" im Januar zum bereits vierten Mal den Titel "Beliebteste Universität in Deutschland". Gien selbst wurde von einer Fachjury im Auftrag des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) und der Wochenzeitung "Die Zeit" zur "Hochschulmanagerin des Jahres 2024" erkoren. Zudem wurde die KU 2023 in die Deutsche Forschungsgemeinschaft aufgenommen, die maßgebliche Institution der Forschungsförderung in der Bundesrepublik.
Zunächst im Schuldienst
Geboren am 11. Januar 1962 in München, ging Gien nach dem Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Pädagogik zunächst in den Schuldienst. Parallel schloss sie 1995 eine Promotion im Fach Deutschdidaktik ab.
An die KU wurde Gien 2009 berufen, sie übernahm den Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur. Wenig später wurde Gien zur Vizepräsidentin der Uni gewählt. 2013/14 war sie Vorsitzende des Senats. Bevor Gien die KU-Spitze übernahm, hatte es jahrelang Personalquerelen um die Präsidentschaft gegeben. Gien wohnt in Augsburg, ist verheiratet und Mutter zweier erwachsener Kinder.