Bistum Eichstätt erwartet 2026 ein sechsstelliges Plus

Kirche vor Ort soll erfahrbar bleiben

Von gut 700.000 Euro Überschuss geht das Bistum Eichstätt in seinem Haushaltsplan für 2026 aus. Und das, obwohl der größte Ertragsposten schwindet. Dieser Posten sind mit rund 58 Prozent der Gesamterträge die Kirchensteuereinnahmen.

Blick auf die Innenstadt und den Eichstätter Dom / © Katharina Gebauer (KNA)
Blick auf die Innenstadt und den Eichstätter Dom / © Katharina Gebauer ( KNA )

Das Bistum Eichstätt rechnet für dieses Jahr mit einem Plus von 721.500 Euro. Die Gesamterträge werden laut am Mittwoch vorgestelltem Haushaltsplan mit 180,4 Millionen Euro veranschlagt (2025: 183 Millionen). Die Gesamtaufwendungen sind mit
179,7 Millionen Euro veranschlagt (2025: 183 Millionen).

Größter Ertragsposten sind die Kirchensteuereinnahmen, wie es hieß. Sie dürften dieses Jahr 104,2 Millionen Euro betragen (2025: 106,4 Millionen). Diese Einnahmen machen dem Bistum zufolge rund 58 Prozent der Gesamterträge aus.

Den zweitgrößten Ertragsposten bilden demnach Zuschüsse mit 37,4 Millionen Euro (2025: 35,6 Millionen). Der Anstieg liege an einer verbesserten Schulfinanzierung und steigenden Schülerzahlen. Diese Gelder der öffentlichen Hand seien hauptsächlich für Betriebs- und Personalkosten der diözesanen Schulen bestimmt.

Erlöse aus der IT-Abteilung

Bei den Umsatzerlösen rechnet die Diözese mit Einnahmen von 27,2 Millionen Euro (2025: 26,9 Millionen). Die Erlöse kämen hauptsächlich aus Betrieben gewerblicher Art sowie aus Dienstleistungen, die die IT-Abteilung der Diözese für andere Bistümer erbringt.

Dompropst Alfred Rottler  / © Norbert Staudt (Bistum Eichstätt)

Von den Aufwendungen fließt über die Hälfte ins Personal, wie es weiter hieß. Ein Großteil gehe in den Bereich "Pastoral und kirchliches Leben". Damit finanziere die Diözese insbesondere die Seelsorge in den Pfarrverbänden und Pfarreien. So ermögliche man, dass die Kirche vor Ort erfahrbar bleibe, sagte Alfred Rottler, der das Bistum als Diözesanadministrator übergangsweise leitet, bis es einen neuen Bischof bekommt.

Millionen für Sozialdienste

Darüber hinaus erhalten die diözesanen Schulen laut Mitteilung 31,6 Millionen Euro zur Deckung laufender Sach- und Personalkosten. Rund 9 Millionen Euro seien als Zuschuss für die Kirchenstiftungen geplant, größtenteils im Rahmen der Pfarreienfinanzierung. 

Mit 6,8 Millionen Euro fördere die Diözese unter anderem den diözesanen Caritasverband, den Sozialdienst Katholischer Frauen, die Christliche Arbeiterhilfe und den Malteser-Hilfsdienst. 1,2 Millionen Euro seien ferner für die
Erwachsenen- und Medienbildung vorgesehen.

Vergangenen August hatte das Bistum bekanntgegeben, 2024 ein Minus von 2,3 Millionen Euro erwirtschaftet zu haben. Für 2025 hatte man zuvor ein Plus von etwa 18.000 Euro veranschlagt. Die Abschlusszahlen stehen noch aus.

Bistum Eichstätt

Das katholische Bistum Eichstätt erstreckt sich auf einer Fläche von 6.025 Quadratkilometern. In den 267 Pfarrgemeinden leben aktuell rund 334.500 Katholikinnen und Katholiken, das sind gut ein Drittel der Gesamtbevölkerung im Bistumsgebiet. 

Die historischen Wurzeln des Bistums reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück. 740 wurde Willibald († 787), ein angelsächsischer Mönch, von Bonifatius in Eichstätt zum Priester und 741 in Sülzenbrücken bei Erfurt zum Bischof geweiht. Bischofsweihe und endgültige Niederlassung in Eichstätt markieren die Anfänge des Bistums.

Eichstätter Dom / © Armin Weigel (dpa)
Eichstätter Dom / © Armin Weigel ( dpa )
Quelle:
KNA