US-Bischöfe ringen weiter um Haltung zu Biden

"Eine unüberlegte Erklärung"

Die Kontroverse innerhalb der US-Bischofskonferenz über die ungewöhnlich deutliche Kritik ihres Vorsitzenden Erzbischof Jose Gomez an Präsident Biden in der Abtreibungsfrage weitet sich aus. Aus San Francisco erhält Gomez Rückendeckung.

US-Bischöfe / © Bob Roller (KNA)
US-Bischöfe / © Bob Roller ( KNA )

Erzbischof Salvatore Cordileone sei Gomez dankbar dafür, in seiner Erklärung am Tag der Vereidigung Bidens das Thema Abtreibung zur Priorität erhoben zu haben. Cordileone kritisierte auch die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, eine praktizierende Katholikin aus seiner Erzdiözese, die wie Biden für die Straffreiheit von Schwangerschaftsabbrüchen eintritt. "Kein Katholik kann mit gutem Gewissen Abtreibung befürworten", betonte Cordileone am Donnerstag (Ortszeit). "Unser Land ist mit dem Blut der Unschuldigen getränkt, und das muss aufhören."

Kardinal Joseph W. Tobin, Erzbischof von Newark, zeigte sich verwundert, "wie Biden seinen katholischen Glauben mit seiner Haltung zu Abtreibungsrechten in Einklang bringen kann", kritisierte aber die konservative Mehrheit in der US-Bischofskonferenz (USCCB). Diese habe "sehr harte Worte benutzen und deswegen jede Kommunikation mit dem Präsidenten abbrechen wollen".

Kritik im Alleingang ausgearbeitet

Zuvor hatte Kardinal Blase Cupich, Erzbischof von Chicago, die Erklärung des USCCB-Vorsitzenden mit deutlichen Worten kritisiert. Erzbischof Jose Gomez habe "eine unüberlegte Erklärung abgegeben", so Cupich auf Twitter. Zudem habe Gomez seine Kritik im Alleingang ausgearbeitet. Diese "internen institutionellen Versäumnisse, müssen angegangen werden", forderte Cupich. Die Erklärung habe die Bischöfe völlig unvorbereitet erreicht, da sie nur Stunden vor Bidens Vereidigung davon Kenntnis erhielten.

Gomez hatte Biden in der Erklärung für seine Haltung zum Thema Abtreibung kritisiert. "Wir können nicht still sein, wenn in unserem Land jährlich fast eine Million ungeborene Leben durch Abtreibungen weggeworfen werden", schrieb Gomez. Cupich hatte am Tag der Amtseinführung Bidens versucht, zusammen mit anderen Bischöfen eine positivere Erklärung innerhalb der USCCB durchzusetzen.

Quelle:
KNA