Hilfswerke entsetzt über Umsatzplus bei Rüstungskonzernen

"Eine traurige Bilanz"

Kirchliche Hilfswerke haben die steigenden Umsätze in der Rüstungsindustrie verurteilt. Die Staaten setzten in Krisenzeiten falsche Prioritäten, sagte der Hauptgeschäftsführer von Misereor, Pirmin Spiegel, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Hilfswerke entsetzt über Umsatzplus bei Rüstungskonzernen / © Alexey Soloukhin (shutterstock)
Hilfswerke entsetzt über Umsatzplus bei Rüstungskonzernen / © Alexey Soloukhin ( shutterstock )

Er äußerte sich zum jüngsten Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri: Demnach haben die 100 größten Rüstungsunternehmen der Welt im vergangenen Jahr Waffen und militärische Dienstleistungen im Wert von 531 Milliarden US-Dollar verkauft - ein Umsatzplus von 1,3 Prozent gegenüber 2019.

Appell an neue Bundesregierung

In der Corona-Pandemie sei die Weltgemeinschaft "gefordert wie selten", betonte Spiegel. "Für viele Menschen bedeutet sie den Verlust ihrer Lebensgrundlagen. Gleichzeitig boomt die Rüstungsindustrie, und auch deutsche Hersteller machen gute Geschäfte zulasten von Menschen in Konfliktregionen und auf Kosten zahlreicher Gewaltopfer." Die neue Bundesregierung müsse nun "Ernst machen mit ihren Ankündigungen zur Exportkontrolle und Abrüstung".

"Eine traurige Bilanz"

Ähnlich äußerte sich die Präsidentin von Brot für die Welt, Dagmar Pruin. Es sei "eine traurige Bilanz in einer Zeit, in der staatliche Institutionen sich in erster Linie für die Bekämpfung von Armut und Hunger und für die Gesundheit ihrer Bürgerinnen und Bürger einsetzen sollten". Zudem sei es "bitter, dass internationale Waffengeschäfte florieren, während Kriege und Konflikte Millionen Menschen in die Flucht treiben".

Quelle:
KNA
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