Lebensschützer verurteilen EU-Resolution zu Abtreibung

"Eine Schande für Europa"

Als einen Skandal und einen brutalen Anschlag auf das Lebensrecht jedes Menschen verurteilt die Organisation "Aktion Lebensrecht für Alle" die Annahme des sogenannten Matic-Berichts durch das EU-Parlament.

Schwangere / © Sebastian Kahnert (dpa)
Schwangere / © Sebastian Kahnert ( dpa )

Die Entscheidung sei eine Schande für Europa, erklärte die Bundesvorsitzende Cornelia Kaminski am Freitag in Augsburg. Die Tötung eines unschuldigen und wehrlosen Menschen könne niemals ein Recht und schon gar kein Grundrecht sein.

"Anschlag auf die Gewissensfreiheit"

Dass Ärzte sich nicht länger weigern können sollten, an vorgeburtlichen Kindstötungen mitzuwirken, könne nur als ein hinterhältiger Anschlag auf die Gewissensfreiheit bezeichnet werden.

In der am Donnerstag angenommenen Entschließung hatte das Europaparlament die EU-Staaten aufgefordert, Frauen sichere und legale Abtreibungen zu ermöglichen. Ein absolutes Verbot oder die Verweigerung einer entsprechenden medizinischen Betreuung sei "eine Form von geschlechtsspezifischer Gewalt".

Auch wenn einzelne Ärzte Schwangerschaftsabbrüche aus Gewissensgründen verweigern könnten, dürfe dies nicht den Zugang zu solchen Dienstleistungen beeinträchtigen.

Kritik von Kirchenvertretern

In dem Appell geht es um umfassende Rechte von Mädchen und Frauen auf dem Gebiet der sexuellen und reproduktiven Gesundheit. Unter anderem Kirchenvertreter kritisierten den Text im Vorfeld. Die Abgeordneten nahmen die Entschließung nach einem Entwurf des kroatischen Sozialdemokraten Predrag Matic mit 378 zu 255 Stimmen bei 42 Enthaltungen an.

In einer Minderheitenansicht sprachen Abgeordnete von einer "ideologischen Manipulation der Menschenrechte" und bemängelten die ablehnende Haltung bei der Verweigerung von Abtreibung aus Gewissensgründen. Zudem überschreite das Parlament seine Befugnisse, da die Themen in die gesetzgeberische Zuständigkeit der einzelnen Staaten fielen.

Quelle:
KNA