Bischof Wilmer für Aufhebung der Konfessionsquote an kirchlichen Schulen

Eine niedersächsische Besonderheit

Die katholische Kirche in Niedersachsen will ihre sogenannten Konkordatsschulen stärker für nicht-katholische Schüler öffnen. Wie das Katholische Büro Niedersachsen mitteilte, plädierte Wilmer dafür, die Konfessionsquote fallen zu lassen.

Leeres Klassenzimmer mit Kruzifix / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Leeres Klassenzimmer mit Kruzifix / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

"Wir können heute niemandem mehr erklären, dass die katholische Taufe die Voraussetzung für den Besuch einer Konkordatsschule darstellt", sagte der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer bei einem Treffen von Vertretern der Kirche und der Landesregierung in Hannover.

Die Konkordatsschulen sind eine niedersächsische Besonderheit. Es handelt sich um frühere staatliche Schulen, die von der katholischen Kirche übernommen wurden. Für ihre Unterhaltung bekommt die Kirche große finanzielle Unterstützung durch das Land. Voraussetzung für diese Zahlungen ist bislang, dass mindestens 70 Prozent der Schüler katholisch sind.

Politik will Vorschlag prüfen

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte laut Katholischem Büro eine sorgfältige Prüfung des Vorschlages zu: "Wir werden gemeinsam eine Lösung erarbeiten, die sowohl die Belange der Schulen als auch das Verfassungsrecht berücksichtigt."

An dem Treffen im Tagungshaus Sankt Clemens in Hannover nahmen den Angaben zufolge auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode teil. Weitere Themen waren die Corona-Pandemie und die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der Kirche. Vertreter von Landesregierung und katholischer Kirche in Niedersachsen kommen seit 1965 in regelmäßigen Abständen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen im Bundesland auszutauschen.

Heiner Wilmer, Bischof von Hildesheim / © Harald Oppitz (KNA)
Heiner Wilmer, Bischof von Hildesheim / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA
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