Dutzende Geistliche bei Anti-Trump-Protest in Minnesota festgenommen

Zwei Aktivistinnen nach Kirchenprotest wieder frei

Nach einem Kirchenprotest gegen Einsätze der US-Einwanderungsbehörde in Minnesota sind US-Medienberichten zufolge zwei Aktivistinnen wieder freigelassen worden. Dafür wurden bei einer anderen Demo am Flughafen Geistliche festgenommen.

Menschen protestieren gegen die US-Einwanderungsbehörde (ICE) in Minneapolis / © Yuki Iwamura/AP/ (dpa)
Menschen protestieren gegen die US-Einwanderungsbehörde (ICE) in Minneapolis / © Yuki Iwamura/AP/ ( dpa )

Nach ihrer Festnahme im Zusammenhang mit einem Protest in einer Kirche im US-Bundesstaat Minnesota sind die Bürgerrechtsaktivistinnen Nekima Levy Armstrong und Chauntyll Louisa Allen US-Medienberichten zufolge wieder freigelassen worden. 

Die US-Sender CNN und CBS-News berichteten, Richter hätten ihre Entlassung aus dem Gewahrsam angeordnet und Versuche der Bundesanwaltschaft zurückgewiesen, die Freilassung hinauszuzögern.

Bezug zum tödlichen ICE-Einsatz in Minneapolis

Hintergrund ist ein Vorfall am vergangenen Sonntag in der Cities Church, bei dem US-Medien zufolge Demonstrierende einen Gottesdienst unterbrachen und Parolen wie "ICE raus" und "Gerechtigkeit für Renee Good" skandierten. 

Empfohlener externer Inhalt von Youtube wurde auf Grund deiner Datenschutz-Einstellungen geblockt, klicke auf dieses Element und erlaube Youtube um diesen Inhalt nachzuladen.
Wenn du keine Inhalte von Youtube laden möchtest, klicke auf dieses Element und konfiguriere deine Datenschutz-Einstellungen.

Anfang Januar war die 37-jährige US-Bürgerin Renee Good bei einem Einsatz in Minneapolis von einem ICE-Beamten erschossen worden. Die Regierung bezeichnete das Vorgehen als Notwehr. Demokraten und Demonstranten sprachen von übermäßiger Gewalt und mangelnder Transparenz bei der Aufarbeitung. 

Der Kirchenprotest richtete sich gegen die Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE in den Zwillingsstädten Minneapolis und St. Paul sowie gegen einen Pastor der Kirche, von dem sie sagten, dass er zugleich leitender Beamter von ICE in St. Paul sei. Die ICE-Einsätze sind Teil der verschärften Abschiebepolitik in der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump. 

Bürgerrechtsorganisation widerspricht Behörden

US-Bundesbehörden hatten bei dem Kirchenprotest von einem "koordinierten Angriff" auf einen Ort religiöser Andacht gesprochen. Armstrong und Allen wurden eine Verschwörung zur Verletzung von Bürgerrechten nach Bundesrecht vorgeworfen, indem sie andere bei der Ausübung ihres Rechts auf Religionsfreiheit eingeschüchtert oder behindert haben. 

Die Bürgerrechtsorganisation NAACP, deren frühere Präsidentin Armstrong war, erklärte, Videoaufnahmen der Festnahme widersprächen der Darstellung der Bundesbehörden. Armstrong selbst erklärte in einem schriftlichen Statement, zitiert von den US-Sendern CNN und CBS News, sie habe sich bei ihrer Festnahme friedlich und kooperativ verhalten. 

Dutzende Geistliche bei Anti-Trump-Protest festgenommen

Bei einem weiteren Protest am Flughafen von MInneapolis St. Paul sind jedoch rund 100 Geistliche festgenommen worden. Nach Angaben der Organisation "Faith in Minnesota" handelte es sich um Vertreter verschiedener Konfessionen, die gegen Abschiebeflüge protestierten.

Die Polizei griff schließlich ein, nachdem Mitglieder der Gruppe singend und betend den genehmigten Bereich verlassen und den Flugbetrieb gestört hatten. Die inzwischen wieder aus dem Gewahrsam entlassenen Personen müssen mit mehreren Anzeigen rechnen.

"Faith in Minnesota" verteidigte die Störaktion: Man habe dem ganzen Land gezeigt, "wie man es macht". Die Organisation bezeichnet sich selbst als "ein politisches Zuhause für gläubige Menschen, die mutig und prophetisch handeln".

Die katholische Kirche in den USA

Die römisch-katholische Kirche ist die größte Glaubensgemeinschaft der USA, denn die Protestanten teilen sich in verschiedene Konfessionen. Ein knappes Viertel der US-Amerikaner ist katholisch, die meisten Katholiken leben im Nordosten und im Südwesten. Genaue Zahlen sind schwierig, weil in den USA der Wechsel einer Konfession sehr häufig vorkommt.

Die katholische Kirche in den USA / © rawf8 (shutterstock)
Die katholische Kirche in den USA / © rawf8 ( shutterstock )
Quelle:
dpa , KNA