Käßmann hält Reformen in der katholischen Kirche für nötig

Doch kein "toter Punkt"?

Nach Rücktrittsgesuch von Marx: Laut der evangelischen Theologin Margot Käßmann braucht die katholische Kirche dringend Reformen. "Sie muss - wie die evangelische auch - Schuld bekennen gegenüber den Opfern von Missbrauch."

Margot Käßmann / © Patrick Seeger (dpa)
Margot Käßmann / © Patrick Seeger ( dpa )

Die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) äußerte sich in der "Bild am Sonntag" in einer Kolumne. Ihrer Ansicht nach sei die katholische Kirche jedoch nicht "an einem toten Punkt" angekommen, wie Marx es formuliert hatte, so die ehemalige hannoversche Landesbischöfin.

"Es zeigt sich doch auch Aufbruch in der katholischen Kirche! Frauen verlangen Zugang zu allen Ämtern. Priester segnen homosexuelle Paare. Gemeinden hissen Regenbogenfahnen."

Marx übernehme Verantwortung

Sie habe großen Respekt vor Marx, der anders als der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki persönlich Verantwortung für den Missbrauchs-Skandal in der katholischen Kirche übernehme, so Käßmann. Zugleich habe sie eine große Sympathie "für all die wackeren Katholikinnen und Katholiken, die Gottesdienste feiern, Senioren besuchen, in Konflikten Seelsorge anbieten, Flüchtlinge betreuen". Sie seien eben nicht an einem toten Punkt.

Es gebe berechtigte Kritik an den Kirchen, schrieb Käßmann. Dennoch brauche die Gesellschaft die Kirchen. "Das Leben ist mehr als das, was wir konsumieren. Es gibt eine spirituelle Dimension, die wir in Synagogen, Kirchen, Moscheen feiern", betonte sie. "Da existiert ein Mehrwert an Glauben, Tradition und Gemeinschaft, der sich nicht kaufen lässt."

Quelle:
epd
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