Justin Bieber und die evangelikalen Megachurches

Doch kein "Reverend Bieber"

Die Überraschung war groß, als Medien berichteten, dass Justin Bieber zukünftig als Pastor arbeiten möchte. Inzwischen hat der kanadische Sänger dementiert. Doch auch ohne Theologiestudium bringt er die Botschaft von Gottes Liebe unter das Volk.

Justin Bieber 2017 bei einem Konzert in Mexiko / © Especial/Notimex (dpa)
Justin Bieber 2017 bei einem Konzert in Mexiko / © Especial/Notimex ( dpa )

Nein, Justin Bieber will kein Pastor werden. In der vergangenen Woche hat der kanadische Musiker entsprechende Medienberichte zurückgewiesen. "PageSix", die Boulevard-Seite der New York Post hatte zuvor berichtet, Justin Bieber studiere evangelische Theologie und wolle Pfarrer der evangelikalen "Hillsong Church" werden. Der Popstar, der bis vor kurzem enge Verbindungen zu der Kirche hatte, distanziert sich jetzt deutlich.

Die "Hillsong Church" wurde in den 1980er-Jahren in Australien gegründet und ist eine so genannte "Megachurch". Ihre Gottesdienste werden regelmäßig von über 5.000 Gläubigen gleichzeitig besucht und sind ein regelrechtes Event mit charismatischen Predigern und eigenen Pop-Bands. So wie viele weitere freikirchliche Megachurches ist Hillsong rund um den Globus aktiv: nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland, etwa in Düsseldorf oder München.

Megachurches: Kommerz statt Seelsorge?

Immer wieder geraten die großen Freikirchen in die Kritik, weil sie in den Augen vieler Gläubigen zu sehr auf religiöse Massenunterhaltung und Kommerz setzen, denn auf individuelle Seelsorge und einen sozialen Mehrwert für die Gesellschaft. Um ihre Popularität zu vergrößern, setzen sie auch auf Unterstützung von prominenten Mitgliedern.

So ist es kein Zufall, dass die "Hillsong Church" Justin Bieber bereitwillig half, zurück auf die rechte Bahn zu finden, als der Superstar unter Drogenmissbrauch litt. Der Hillsong-Pastor Carl Lentz wurde Medienberichten zufolge ein wichtiger Mentor für Justin Bieber – und wohl auch der Grund für dessen Abkehr von der australischen Megachurch.

Im November war bekannt geworden, dass der evangelikale Pastor aufgrund "moralischen Fehlverhaltens" entlassen worden sei. Die "Vanity Fair" berichtet von einer außerehelichen Affäre, die den Pastor habe in Ungnade fallen lassen. Außerdem sei ein Brief aus dem Jahr 2018 öffentlich geworden, in dem freiwillige Helfer Mitarbeitern der Kirche "sexuell unangemessenes Verhalten" und missbräuchliche Beziehungen vorwerfen. Etwa zur gleichen Zeit seien Lentz und Justin Bieber auseinandergegangen.  

Bieber: "Hillsong ist nicht meine Kirche."

Vor diesem Hintergrund ist Justin Biebers Distanzierung von der "Hillsong Church“ zu sehen. Auf Instagram schrieb er: "Hillsong ist nicht meine Kirche." Vielmehr habe er sich einer anderen Megachurch, "Churchhome", zugewandt. Zusammen mit seiner Frau hatte sich Bieber im August von einem Pastor der Megachurch taufen lassen. Danach, selbst Pastor zu werden, habe er kein Verlangen. 

Aus seinem Glauben macht der Sänger in den sozialen Medien trotzdem keinen Hehl. "Die Kirche ist kein Ort", schreibt er. "Gott ist bei uns, wohin auch immer wir gehen." Er sei dankbar, dass Gottes Liebe nicht von den Taten der Menschen abhänge. Wäre das so, sei er "aufgeschmissen".

Auch wenn Justin Bieber wohl kein Pastor wird, erreichen seine Botschaften über die Liebe Gottes über 157 Millionen seiner Fans. Da mag die ein oder andere Megachurch vor Neid erblassen.

Justin Bieber und Ehefrau Haily Rhode Baldwin  / © Jordan Strauss (dpa)
Justin Bieber und Ehefrau Haily Rhode Baldwin / © Jordan Strauss ( dpa )
Autor/in:
Gerald Mayer
Quelle:
DR