Corona-Krise verändert kirchliche Medienlandschaft

Digital ist derzeit Trumpf

Die Corona-Krise hat in Deutschland zu einer spürbaren Veränderung der kirchlichen Medienlandschaft geführt. Traditionelle Angebote katholischer Medienarbeit kämpfen unter den besonderen Bedingungen ums Überleben.

Kirche und Medien / © Harald Oppitz (KNA)
Kirche und Medien / © Harald Oppitz ( KNA )

Auf der andeen Seite sprießen täglich neue Angebote gestreamter Gottesdienste und Gebetszeiten im Internet aus dem Boden.

Mehrere Bistumszeitungen haben erstmals ihre wöchentlichen Ausgaben als kostenloses E-paper ins Netz gestellt, um ihre meist ältere Leserschaft auch weiterhin zu versorgen und gleichzeitig neue Gruppen zu erschließen. Diesen Weg haben unter anderem die Bistumszeitungen von Freiburg, Passau, Würzburg und Speyer eingeschlagen, die gedruckt zusammengerechnet eine Auflage von etwa 90.000 pro Woche erreichen.

Neben der Ausgabe im Netz wird dort, so lange es möglich ist, auch die gedruckte Ausgabe weiter produziert und zugestellt.

Nach 74 Jahren komplett eingestellt wurde hingegen die theologische Vierteljahreszeitschrift "Lebendiges Zeugnis" des Bonifatiuswerks der deutschen Katholiken. Sie befasste sich mit theologischen Grundsatzfragen zu den Themenfeldern Kirche, Gesellschaft und Welt.

Livestreams von Gottesdiensten

Im Deutschlandfunk wurde die tägliche Sendung zum Thema Kirche und Religion ein Opfer der Corona-Krise. Die bislang seit Jahrzehnten jeden Morgen von Montag bis Freitag zwischen 9.35 Uhr und 10.00 Uhr ausgestrahlte Sendung "Tag für Tag" wurde abgeschafft, um Platz zu machen für eine dreistündige Morgensendung mit allgemeinen Informationen, die derzeit vor allem der Corona-Krise gewidmet sind.

Beiträge zu Kirche und Religion werden nun am weniger attraktiven Sendeplatz in der nachmittäglichen Kultur-Sendung zwischen 16 und 18 Uhr ausgestrahlt sowie als Podcasts ins Netz gestellt.

Starke Zuwächse verzeichnen unterdessen die katholischen Internetportale. Die Marktführer in diesem Segment sind katholisch.de (Bonn) sowie DOMRADIO.DE. Sie rechnen für den Monat März mit jeweils mehr als zwei Millionen Visits. Neben Nachrichten und theologischen Debattenbeiträgen werden derzeit vor allem Livestreams von Gottesdiensten sowie Gebetszeiten angeklickt.

Quelle:
KNA