Kolping-Generalsekretär sieht Vielfalt nicht als Bedrohung der Weltkirche

Die Weltkirche als "Totschlagargument"?

Die Universalität der Kirche dürfe nicht mit Uniformität verwechselt werden, so Kolping-Generalsekretär Markus Demele. Auch in anderen Ländern gebe es Diskrepanzen zum Lehramt - etwa den Umgang mit LGBT-Personen in Afrika.

Vielfalt (Symbolbild) / © optimarc (shutterstock)

Die Vielfalt in Ortskirchen ist nach Einschätzung von Kolping-Generalsekretär Markus Demele keine Bedrohung für die Einheit der Kirche. Die Weltkirche müsse "als Totschlagargument gegen jede Kirchenreform herhalten", kritisierte Demele am Wochenende in einem Beitrag auf katholisch.de. Dabei sei die katholische Glaubenspraxis "schon jetzt viel heterogener als das Missale Romanum glauben lässt".

Demele: Universalität nicht mit Uniformität verwechseln 

Der Ruf nach Änderungen erwachse aus dem Kontrast, "den die Gläubigen tagtäglich zwischen kirchlichem Anspruch an katholisches Glaubensleben und freiheitlicher politischer Grundordnung wahrnehmen", so Demele weiter. In anderen Ländern sähen die Diskrepanzen ganz anders aus: So sei der Umgang mit LGBT-Personen in fast allen afrikanischen Staaten "schlicht unvereinbar mit den Maßgaben des Lehramts". Der Katechismus fordere, ihnen mit Achtung zu begegnen, von staatlicher Seite drohten ihnen jedoch Ausgrenzung, Gewalt oder gar Mord.

Diese Beispiele zeigten, dass die Einheit der Weltkirche nur dann in Gefahr sei, "wenn man Universalität mit Uniformität verwechselt", schreibt der Generalsekretär des katholischen Sozialverbands. Entscheidend sei der Austausch darüber, "welche Glaubensüberzeugungen weltweite Identitätsmerkmale der Universalkirche sein sollen." Um dies auszuloten und die Spielräume der Ortskirchen wieder zu öffnen, brauche es ein weltweites Konzil.

Quelle:
KNA
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