Diözesanpastoralrat diskutiert über die Zukunft des Bistums

"Die Skepsis überwiegt"

Die geistliche Auszeit von Kölns Erzbischof Woelki endet bald. Auf einer intensiven Sitzung des Diözesanpastoralrates wurde über die Zukunft des Bistums diskutiert. Stadtdechant Bruno Kurth sieht zurzeit viel Unruhe an der Kirchenbasis.

Gottesdienstbesucher / © Harald Oppitz (KNA)
Gottesdienstbesucher / © Harald Oppitz ( KNA )

DOMRADIO.DE: Wie würden Sie denn jetzt die Stimmung bei dieser Sitzung des Diözesanpastoralrates bezeichnen?

Bruno Kurth (Stadtdechant des Dekanates Wuppertal und Sprecher der Stadt- und Kreisdechanten im Erzbistum): Die Stimmung ist angespannt, aber jetzt nach diesem anstrengenden diözesanen Pastoralrat ist die Stimmung in Richtung Zukunft positiver. Wir haben wieder mit einer sehr guten Moderation getagt und zu der Beratungsatmosphäre hat auch der Apostolische Administrator Steinhäuser beigetragen.

Wir haben uns mit der sehr schweren, aber entscheidenden Frage auch beschäftigt: Wie blicken wir auf die mögliche Rückkehr des Bischofs an Aschermittwoch; wie stehen wir dazu? Dabei haben wir am Ende auch gesagt, wir wollen dem Apostolischen Administrator, Weihbischof Steinhäuser, ein Votum mitgeben. Dabei haben wir verschiedene Aspekte bedacht, die sehr wichtig sind. Wie blicken wir insgesamt auf die Zukunft des Bistums, das ist ja unser aller gemeinsames Anliegen. Dann spielen sicherlich bei vielen Menschen persönliche Aspekte eine Rolle. Aber dann geht es auch um die Frage: Können wir diese irre Herausforderung unserem Kardinal zutrauen? Und wie ist die Situation in unserem Bistum und wie ist sie in der Öffentlichkeit insgesamt?

DOMRADIO.DE: Viele fragen sich, was diese Auszeit bringt. Es kann ja nicht sein, dass es so weitergeht wie man damals aufgehört hat. So eine Auszeit muss ja eine Zielführung haben. Wie sehen Sie das?

Kurth: Zunächst einmal ist es ja persönlich eine Auszeit für unseren Erzbischof. Von daher werden wir sehen, was diese Auszeit ihm gebracht hat und wie er nach dieser Auszeit in das Bistum zurückkommt. Allen ist klar, und das ist auch von allen geäußert worden, dass es nicht so weitergehen kann wie vor der Auszeit.

DOMRADIO.DE: Und wie kann es weitergehen?

Kurth: Es sind verschiedene Dinge festgehalten worden. Wichtig für eine gute Zukunft des Bistums in sehr schwierigen Zeiten ist ein Mehr an Transparenz. Das fehlte in der letzten Zeit. Das bedeutet dann auch, dass das Engagement der Menschen im Bistum mehr wertgeschätzt wird, es bedeutet mehr Partizipation. Das erscheint mir persönlich sehr wichtig und ich hatte auch den Eindruck, dass das die Mehrheit im Diözesanpastoralrat deutlich auch so sieht.

DOMRADIO.DE: Sie kennen die Stimmung an der Basis. Die kennen wir alle, wenn man sich mit den Menschen unterhält. Die Vertrauensbasis ist im Moment nicht da. Das geht ja quer durch alle Gemeinden, dass sie sagen, es muss eigentlich ein Neuanfang her, das Vertrauen ist erschüttert. Wie will man das denn wieder zusammenbringen?

Kurth: Das ist die entscheidende Frage. Insgesamt, das stelle ich fest, überwiegt da die Skepsis, dass ein guter Neuanfang so für unser Bistum gelingen kann.

Das Interview führte Johannes Schröer.

 

Quelle:
DR
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