Bischof Wilmer eröffnet Weltsynode im Bistum Hildesheim

"Die Kirche auf den Kopf stellen"

Mit einem Gottesdienst hat der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer die von Papst Franziskus ins Leben gerufene Weltsynode im Bistum Hildesheim eröffnet. In seiner Predigt forderte der Bischof "echte Umkehr" statt "Reförmchen".

Heiner Wilmer, Bischof von Hildesheim / © Harald Oppitz (KNA)
Heiner Wilmer, Bischof von Hildesheim / © Harald Oppitz ( KNA )

Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer hat zur Beteiligung an dem von Papst Franziskus eingeleiteten weltweiten Synodalen Weg aufgerufen. "Unsere Kirche braucht keine Reförmchen, sondern eine echte Umkehrung", sagte Wilmer am Samstag bei einem Gottesdienst im Hildesheimer Mariendom zur Eröffnung der Weltsynode im Bistum Hildesheim. 

Machtverteilung muss sich ändern

"Wir brauchen ein neues Denken, echte Partizipation. Wir brauchen einen neuen Blick auf die Sexualität und ein neues Nachdenken über das Dienstamt des Priesters. Wir brauchen einen neuen Blick auf die geschlechtergerechte Teilhabe aller in der Kirche, Männer wie Frauen", machte Wilmer gleich zu Beginn seiner Predigt seine Unterstützung für einen grundlegenden Wandel in der katholischen Kirche deutlich.

Der Papst wolle "die Kirche auf den Kopf" stellen, die Machtverteilung müsse sich ändern, das "Oben und Unten in der gewohnten klerikalen Manier" müsse ein Ende finden. "Sind wir wirklich auf einem gemeinsamen Weg, wir alle zusammen?", fragte Wilmer provokant. 

Weg für möglichst viele Gemeinden

Der Grundgedanke von Synodalität sei ein "spirituelles Abenteuer, eine Entsicherung", so der Bischof. Dazu gehöre auch, die Freude und das Leid der Menschen ernst zu nehmen und bei ihnen zu sein. Bei echter Begegnung "muss jeder und jede auch etwas loslassen, auch seine eigenen Überzeugungen", um zu hören, "was der Geist uns sagen will."

Das ist es, was Bischof Wilmer sich wünscht: "Dass möglichst viele Pfarrgemeinden und Einrichtungen sich auf den Weg machen, ihre eigene Praxis überprüfen und kritisch hinterfragen, ob wir wirklich auf dem radikalen Weg der Begegnung, des Zuhörens und des Unterscheidens sind."

Weltweiter zweijähriger Prozess 

Papst Franziskus hatte den Synodalen Weg für die weltweite katholische Kirche am 9. Oktober in Rom eröffnet. In dem zunächst auf gut zwei Jahre angelegten mehrstufigen Dialog soll die Kirche vor allem einen anderen Umgangsstil einüben. In diesen Tagen finden weltweit in zahlreichen katholischen Bistümern regionale Auftaktveranstaltungen statt.

Parallel zum weltweiten Prozess läuft in Deutschland ein breit angelegter Reformdialog, der ebenfalls Synodaler Weg genannt wird. An ihm beteiligen sich rund 200 Delegierte.

Quelle:
bihi , KNA
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