Sorge um Anschläge auf Christen an den Weihnachtstagen

"Die Alarmstufe ist hoch"

Kirchliche Hilfswerke und Menschenrechtsorganisationen fürchten zu Weihnachten um die Sicherheit von Christen in zahlreichen Ländern Afrikas und Asiens. Insbesondere die Lage in Nigeria, Pakistan, Indien, Syrien und dem Irak sei angespannt.

Nach einem Anschlag auf eine koptische Kirche / © Nariman El-Mofty (dpa)
Nach einem Anschlag auf eine koptische Kirche / © Nariman El-Mofty ( dpa )

Das berichtete das Internationale katholische Missionswerk missio am Montag in Aachen unter Berufung auf Partner vor Ort. In Nigeria hofften Kriminelle gerade an Weihnachten, dass sie durch Entführungen Geld verdienen könnten. Zudem die islamistische Terrororganisation Boko Haram das Fest für öffentlichkeitswirksame Attacken nutzen.

Hohe Alarmstufe in Pakistan

In Pakistan verstärkt sich laut Missio nach den Anschlägen in Frankreich die coronabedingt schwierige Situation. So herrsche politische Instabilität mit angekündigten Großdemonstrationen und möglichen Reaktionen der Islamisten auf die Äußerungen des französischen Präsidenten Emanuel Macron.

"Die Alarmstufe vor den Weihnachtsfeiertagen ist hoch", so Erzbischof Joseph Arshad gegenüber missio Aachen. Auch in Indien müssten die christlichen Gemeinden ihre Sicherheitsvorkehrungen für die Weihnachtsfeiertage erhöhen. Dort litten Christen derzeit verstärkt unter dem Druck der Hindunationalisten und staatlichen Repressionen.

Schutz christlicher Einrichtungen verstärken

Auch die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) befürchtet eine massive Zunahme islamistischer Gewalt in Westafrika während der Weihnachtstage. Dringend müsse nicht nur der Schutz christlicher Einrichtungen, sondern der gesamten Zivilbevölkerung verstärkt werden, forderte die Menschenrechtsorganisation in Göttingen.

Die Gewalt richte sich nicht mehr nur gegen Kirchen und christliche Gemeinden, sondern auch gegen islamische Schulen und muslimische Gläubige. So seien am vergangene Wochenende im Norden Nigerias erneut Schüler aus einer islamischen Schule entführt und muslimische Pilger von Terrorgruppen angegriffen worden.

Blutige Machtprobe

"Islamistische Extremisten wollen mit ihrer Gewalt zeigen, dass Polizei, Armee und andere staatliche Einrichtungen die Zivilbevölkerung nicht wirksam schützen. Es eine blutige Machtprobe, bei der Religion nicht im Vordergrund steht", erklärte GfbV-Direkor Ulrich Delius.

Sehr besorgt zeigte sich die GfbV darüber, dass die Gewalt immer häufiger von kriminellen Banden ausgehe, die Überfälle und Entführungen als Auftragsarbeiten für Boko Haram oder andere terroristische Gruppen ausführten.

Quelle:
KNA