Angelusgebet des Papstes

Erinnerung an ermordete Kopten in Ägypten

Papst Franziskus hat seine Verbundenheit mit den Opfern des jüngsten Anschlags auf koptische Christen in Ägypten bekundet.

Trauer nach Anschlag auf Kopten in Ägypten / © Amr Nabil (dpa)
Trauer nach Anschlag auf Kopten in Ägypten / © Amr Nabil ( dpa )

Bei seinem Mittagsgebet auf dem Petersplatz am Sonntag gedachte er der Toten und Verletzten sowie deren Familien. Gott möge "die Herzen der Gewalttätigen bekehren", sagte der Papst.

Bei dem Attentat auf ein koptisches Geschäft und eine Kirche in Helwan südlich der Hauptstadt Kairo waren am Freitag acht Christen und ein muslimischer Polizist getötet worden. Die Terrormiliz IS reklamierte die Tat für sich.

Weihnachten am 7. Januar

Die koptischen Christen begehen ihr Weihnachtsfest am 7. Januar. Mit einem Bevölkerungsanteil von schätzungsweise zehn Prozent bilden sie die größte religiöse Minderheit im muslimisch geprägten Ägypten. Nach dem Sturz von Ägyptens Machthaber Hosni Mubarak 2011 wurde die Lage für Christen unter dem Erstarken islamistischer Kreise prekärer.

Im zurückliegenden Jahr kamen bei Angriffen auf die koptische Kathedrale in Alexandria, eine Kirche in Tanta und einen Pilgerbus Dutzende Christen ums Leben. Im November wurde auch eine Sufi-Moschee im Nordsinai das Ziel islamistischer Attentäter. Bei dem Anschlag starben mehr als 300 Menschen.

 

Die Familie ist die harmonische Einheit der Unterschiede zwischen Mann und Frau, die umso wahrer ist, je mehr sie sich anderen öffnen kann.

— Papst Franziskus (@Pontifex_de) 31. Dezember 2017

Des Weiteren müssen Familien nach den Worten von Papst Franziskus günstige Voraussetzungen für die Entwicklung und Entfaltung der Kinder schaffen. Eltern seien "die Hüter des Lebens ihrer Kinder und nicht Besitzer". Es gelte, Heranwachsende zu einem guten Leben zu befähigen, "das Gottes würdig und konstruktiv für die Welt ist", so der Papst.

Zugleich sprach Franziskus gescheiterten Familien Mut zu. Wann immer sich Familien, "auch jene verwundeten und von Zerbrechen, Scheitern und Problemen gezeichneten", zur Quelle des christlichen Glaubens wendeten, eröffneten sich "neue Wege und ungeahnte Möglichkeiten". Es gebe "keine familiäre Situation, die von diesem neuen Weg der Wiedergeburt ausgeschlossen ist", betonte der Papst vor rund 30.000 Pilgern und Besuchern. Er mahnte auch ein Recht der Kinder auf religiöse Erziehung an: Eltern sollten den Vorrang Gottes in der persönlichen und der Familiengeschichte anerkennen und ihre Kinder dahin führen, sich für Gott zu öffnen, so Franziskus.

Papst Franziskus hat für den letzten Tag des Jahres zum Innehalten und Danken aufgerufen. "Jedem von uns wird es guttun, sich ein bisschen Zeit zu nehmen und daran zu denken, wie viele gute Dinge wir dieses Jahr vom Herrn empfangen haben". Auch wer Prüfungen und Probleme erlebt habe, könne danken, dass sie mit Gottes Hilfe überstanden seien. "Heute ist ein Tag des Dankes", sagte Franziskus.

Papst Franziskus an Weihnachten 2017 / © Paul Haring (KNA)
Papst Franziskus an Weihnachten 2017 / © Paul Haring ( KNA )
Quelle:
KNA