Dialogprozess soll neues Vertrauen schaffen

"Ich bin eine Mission"

Nicht erst durch den Skandal um den Limburger Bischofssitz hat die katholische Kirche ein Imageproblem. Mit dem "Dialogprozess" soll der Negativ-Trend gestoppt werden. Im Interview berichtet Weihbischof Dominikus Schwaderlapp von der Tagung.

Weihbischof Dominikus Schwaderlapp beim Dialogprozess 2014 (KNA)
Weihbischof Dominikus Schwaderlapp beim Dialogprozess 2014 / ( KNA )

domradio.de: Bislang wurde bei diesen Gesprächstreffen gelobt, dass die Debatten auf Augenhöhe geführt wurden, zwischen geweihten und nicht-geweihten Katholiken. Wie haben Sie die Gesprächsatmosphäre empfunden?

Weihbischof Dominikus Schwaderlapp: Als sehr gut, sehr konstruktiv, sehr positiv. Im letzten Jahr hatte ich den Eindruck, dass so eine angespannte bis giftige Atmosphäre da war. Das war in diesem Jahr überhaupt nicht der Fall. An der Frage 'Martyria-Glaubenszeugnis. Wie können wir das in den unterschiedlichen Art und Weisen und in den unterschiedlichen Situationen geben?', und unter der Überschrift 'Ich bin eine Mission', dieses Zitat von Papst Franziskus, hat man wirklich sehr konstruktiv und gut diskutiert. Ich fand das war okay.

domradio.de: Einigen Teilnehmern ist das zu wenig, so fordert der Bund der deutschen katholischen Jugend konkrete Maßnahmen. Der Vorsitzende Ehrenlechner fordert zum Beispiel einen guten Dialog über den Zugang von Frauen zu Weiheämtern. Nächstes Jahr endet der Gesprächsprozess, wie konkret können da Ergebnisse überhaupt aussehen?

Weihbischof Schwaderlapp: Das hängt natürlich von diesen unterschiedlichen  Themen ab. Eine Reihe der Themen sind weltkirchlich, entweder geklärt oder müssen geklärt werden. Sie sind also gar nicht Gegenstand eines solchen Prozesses.

domradio.de: Müssten dann ihm Vatikan entschieden werden…

Weihbischof Schwaderlapp: Wenn ich jetzt mal auf das Thema dieses Jahres schaue 'Glaubenszeugnis', so ist eigentlich das konkrete Ergebnis. Nach meiner Wahrnehmung ist das der Konsens, der flächendeckend immer wieder formuliert wurde. 'Ich bin eine Mission' heißt, wir können nicht das Glaubenszeugnis an irgendwelche Leute delegieren. Glaubenszeugnis ist auch keine Frage der Strukturen, die geändert werden müssen. Hier geht es um jeden Einzelnen und das Persönliche, ja eigentlich am Ende um meine persönliche Bekehrung. Es geht um einen geistigen Prozess. Hier wird deutlich es geht nicht um Forderungen, die jetzt kontrovers durchgesetzt werden müssen oder wollen, sondern hier geht es eben um diese Erkenntnis 'Du bist berufen, ich bin berufen', und ich habe nicht nur eine Sendung, sondern ich bin eine Sendung.

domradio.de: Das Ganze ist ja dazu da um Vertrauen wieder herzustellen. Wie ist denn so ihr Eindruck, wieviel kommt denn von dem was in Magdeburg besprochen wirklich tatsächlich bei den Gläubigen an – das Dialogtreffen findet ja im Grund außerhalb der Öffentlichkeit statt?

Weihbischof Schwaderlapp: Zunächst einmal das Vertrauen der Delegierten untereinander wächst schon in solchen Veranstaltungen. Wir sitzen also auch in Kreisen zusammen, ganz bunt gemischt. Da eben mal mit Leuten zusammen zu sprechen, die man vielleicht sonst nur vom Hörensagen oder von den Medien her kennt, das tut auch gut und hilft auch Vertrauen zu wecken. Das ist das eine. Das andere ist, wir waren ja mit 10 Leuten aus Köln da, gewählt vom Diözesanrat, bestimmte vom Priesterrat, auch vom Diözesanadministrator ernannte. Wir haben uns vorher zusammengesetzt und uns vereinbart, dass jeder mal zuhört und schaut, was bedeutet das für uns im Erzbistum Köln. Wir wollen uns dann auch zusammensetzen und ein Resümee ziehen, was von den verschiedenen Aspekten, die genannt worden sind, von Ideen, die auch formuliert worden sind, können wir denn bei uns umsetzen. Idealer Weise wäre es dann so, dass die eine oder andere Anregung tatsächlich aufgegriffen und umgesetzt wird.

domradio.de: Was soll denn zum Beispiel umgesetzt werden?

Weihbischof Schwaderlapp: Das waren jetzt ganz unterschiedliche Themen. In einer Gruppe ging es um Glaubensverkündigungen in Ehe und Familie. Da war die Frage, wie können wir denn immer wieder an die jungen Familien herankommen? Was sind so Einfallstore? Da waren nochmal die verschiedenen Lebensstationen der Kinder benannt worden, und da könnten wir vielleicht mehr tun also zwischen der Vorbereitung zur Erstkommunion, der Firmung und nach der Firmung. Das sind dann sehr konkrete Dinge, die aber auch machbar sind.

Das Gespräch führte Tobias Fricke.

Quelle:
DR