München will Missbrauch von Heim- und Adoptivkindern aufarbeiten

Der Verantwortung stellen

Der Münchner Stadtrat hat eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in Pflegefamilien und Heimen beschlossen. Aktuell arbeitet man bereits in diesem Themenkomplex mit den Niederbronner Schwestern zusammen.

Blick über München mit Liebfrauenkirche / © Travel Faery (shutterstock)
Blick über München mit Liebfrauenkirche / © Travel Faery ( shutterstock )

Wie die Stadt mitteilte, wird eine multiprofessionelle Expertenkommission eingesetzt und ein trägerübergreifender Verbund gegründet.

Aktuell werde bereits mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und den Niederbronner Schwestern zusammengearbeitet. Dabei geht es um Missbrauchsvorwürfe im Haus Maffei in Feldafing und im früheren Hänsel-und-Gretel-Heim in Oberammergau.

Untersucht werden soll dabei auch, ob pädophile Netzwerke zwischen Einrichtungen unterschiedlicher Träger, zwischen Institutionen sowie Pflege- und Adoptivfamilien bestanden, hieß es. In den vergangenen Monaten hatte es unter Berufung auf Aussagen mehrerer Heimkinder und ihrer Unterstützer entsprechende Veröffentlichungen gegeben.

Stadt München stellt sich Verantwortung

"Die Landeshauptstadt München stellt sich ihrer Verantwortung für die historischen Missstände ihrer Institutionen und möchte eine den Betroffenen entsprechende Anerkennungskultur schaffen", sagte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD). Im vergangenen Jahrhundert seien durch die Stadt viele tausend Kinder in Heimen, Pflege- und Adoptivfamilien untergebracht worden, teilweise auch außerhalb der Landesgrenzen.

Der Expertenkommission sollen Vertreterinnen und Vertreter des städtischen Sozialreferats, Rechtswissenschaft, Kriminologie, Soziologie, Sozialpädagogik, Psychologie und Geschichtswissenschaft angehören; außerdem sollen in ihr auch Betroffene vertreten sein.

Quelle:
KNA
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