Caritas: Lateinamerika von Corona besonders gefährdet

Der neue Hotspot der Pandemie?

Caritas international rechnet in Lateinamerika mit einer Eskalation der Corona-Pandemie. Die Hilfsorganisation spricht vor allem mit Blick auf Brasilien von einer verheerenden Lage mit derzeit täglich mehr als 1.000 Corona-Toten. 

Kreuz für ein Grab auf dem Friedhof in Manaus, Brasilien / © Alex Pazuello/Semcom/Prefeitura Manaus (dpa)
Kreuz für ein Grab auf dem Friedhof in Manaus, Brasilien / © Alex Pazuello/Semcom/Prefeitura Manaus ( dpa )

"Die Länder des Kontinents steuern auf eine Katastrophe zu. Lateinamerika wird der neue Hotspot der Pandemie", sagte Claudio Moser von Caritas international am Freitag in Freiburg.

Am meisten leiden Indigene

Besonders hart betroffen seien Peru, Mexiko und Ecuador. Für Brasilien sprach die Hilfsorganisation von einer verheerenden Lage mit derzeit täglich mehr als 1.000 Corona-Toten. Moser warf Staatspräsident Jair Bolsonaro Verantwortungslosigkeit vor. Am meisten leide die indigene und die afrobrasilianische Bevölkerung.

Caritas international unterstützt nach eigenen Angaben aktuell in sieben brasilianischen Bundesstaaten Corona-Hilfsprojekte, vor allem für Menschen in Armenvierteln und im ländlichen Raum. So würden Hygieneartikel, Schutzmasken und Lebensmittel verteilt.

WHO: Brasilien ist Epizentrum

Der Nothilfe-Koordinator der Weltgesundheitsorganisation, Michael Ryan, sagte im WHO-Briefing zur Coronavirus-Pandemie am Freitag, dass Südamerika das "neue Epizentrum der Krankheit" und "das am meisten betroffene" Land sicher Brasilien sei.

Ryan erwähnte auch die Situation im Amazonas-Gebiet, wo sowohl die Infektionsrate als auch die Mortalitätsrate in Brasilien am höchsten sind. Das Gesundheitssystem und das Bestattungswesen sind vielerorts in der strukturschwachen Region kollabiert. Zudem sind die Indigenen in Amazonien besonders anfällig für das Virus der Weißen.

Quelle:
KNA , dpa
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