Kuckelkorn: Festkomitee-Präsident und Bestatter gut vereinbar

"Der Karneval ist wie das Leben"

Christoph Kuckelkorn hält seinen Beruf als Bestatter gut vereinbar mit der Aufgabe als Präsident des Festkomitees des Kölner Karnevals. Zum gehörten sowohl Freude alsauch Trauer.

Christoph Kuckelkorn und seine Frau Katia / © Oliver Berg (dpa)
Christoph Kuckelkorn und seine Frau Katia / © Oliver Berg ( dpa )

"Der Karneval ist wie das Leben: Wir stehen da auf den Stühlen und lachen. Und beim nächsten Lied liegen wir uns tränenreich in den Armen", sagte er dem Magazin "stern"(Donnerstag). "Wir werden geboren, und wir sterben. Nur wird Letzteres gern verdrängt", so Kuckelkorn.

"Ich sehe jeden Tag, wie fragil und verletzlich das Leben ist", sagte der Kölner Unternehmer. "Es gibt keine Garantie für den nächsten Tag." Das lasse ihn bewusst leben. Jeder Tag sei ein Geschenk.

Beschäftigung mit dem Tod wichtig

Nach Kuckelkorns Worten verliert der Tod einen Teil seines Schreckens, wenn sich die Menschen mit ihm beschäftigen. Früher seien die Kinder dabei gewesen, wenn die Großeltern starben. Das sei besser gewesen.

Am meisten nehme ihn mit, wenn Menschen einsam sterben, oder Ehepaare nach 60 Jahren Zusammenleben durch den Tod getrennt werden, so Kuckelkorn. "Man sieht, wie der Zurückgebliebene da wie amputiert sitzt und jeden Lebenssinn verloren hat." Die Fassung verloren habe er, als ein Vater sein totes Kind die Treppe heruntergetragen und es in den Sarg gelegt habe.

Situationen zum Lachen

Auf Beerdigungen habe er auch Situationen zum Lachen erlebt. Einmal sei einem sehr angestrengten Träger beim Absenken des Sarges sein Gebiss aus dem Mund auf den Sarg gefallen.

"Und dann gab es noch den versinkenden Pfarrer." Der sei auf einem sehr weichen Sandboden zu nah ans Grab getreten und nach und nach stoisch predigend in der Erde versunken. "Wir haben ihn rechtzeitig befreit."

Quelle:
KNA