Bischöfe erinnern an 100. Geburtstag von Johannes Paul II.

"Denker, Politiker, Seelsorger und Gottesmann zugleich"

Die deutschen Bischöfe haben Johannes Paul II. als eine "überragende Gestalt" der Geschichte gewürdigt. Der Papst aus Polen sei "Denker, Politiker, Seelsorger und Gottesmann zugleich" gewesen.

Papst Johannes Paul II. im Jahr 1987 / © N.N. (KNA)
Papst Johannes Paul II. im Jahr 1987 / © N.N. ( KNA )

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, würdigte Papst Johannes Paul II. mit Blick auf dessen 100. Geburtstag. Karol Wojtyla wurde am 18. Mai 1920 in Wadowice geboren.

Nach seiner Wahl zum Papst 1978 nahm er den Namen Johannes Paul II. an. Seine Amtszeit, die bis zu seinem Tod am 2. April 2005 währte, ging als eines der längsten Pontifikate in die Annalen ein. 2014 wurde er von Papst Franziskus heiliggesprochen.

"Gesamtbild eines außergewöhnlich kraftvollen Mannes" Auch die weltliche Geschichtsschreibung weise Johannes Paul II. einen unvergessenen Platz zu, so Bätzing weiter. "Das erkennbare Sendungsbewusstsein aus einer tiefen inneren Gottverbundenheit heraus, die schiere Zahl an Reisen in alle Kontinente, die Seligen und Heiligen aus aller Welt, die er zur Ehre der Altäre erhoben hat,und nicht zuletzt seine programmatischen Lehrschreiben, die der Kirche im Zugehen auf die Jahrtausendwende Orientierung gaben, ergeben das Gesamtbild eines außergewöhnlich kraftvollen Mannes." Mit einem "unmissverständlichen Plädoyer für die Freiheit des Menschen und gegen jegliche ideologische Vereinnahmung" habe der Papst aus Polen Befreiungsbewegungen Rückenwind verliehen, fügte der Bischof von Limburg hinzu.

"Aber ebenso klar war ihm, dass die menschliche Freiheit sich in der Bindung verwirklichen muss, deshalb war er in manchen lehramtlichen Äußerungen nicht zu Kompromissen bereit." Begriffe wie "Kultur des Todes" oder seine "Theologie des Leibes" brächten auf den Punkt, was ihm wichtig gewesen sei. Gerade daran zeige sich, dass die Wirkungsgeschichte dieses Papstes noch lange nicht erschöpft sei.

Johannes Paul II. trug zum Fall des Eisernen Vorhangs bei  Mit einem Internetdossier und einem Gebetszettel würdigen die Bischöfe Leben und Wirken von Johannes Paul II. Als Zitate für den Gebetszettel wurden Sätze seiner Predigt bei der Amtseinführung 1978 und bei seinem Gang durch das Brandenburger Tor 1996 gewählt. Insgesamt dreimal besuchte Johannes Paul II. Deutschland. Mit seinen Kontakten nach Polen und in die anderen Staaten des Warschauer Pakts trug er mit zum Fall des Eisernen Vorhangs 1989 bei.

Quelle:
KNA
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