Millionen Besucher beim Tag des offenen Denkmals

"Das kulturelle Gedächtnis bewahren"

Millionen Bundesbürger haben am Sonntag den "Tag des offenen Denkmals" genutzt, um historische Baudenkmäler, Parks oder archäologische Stätten anzuschauen. Auch 1.500 Kirchen und kirchliche Bauten waren geöffnet.

Offene Kirchentür / © Marko Rupena (shutterstock)

Der Tag stand in diesem Jahr unter dem Motto "Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur" und erinnerte insbesondere an die Gründung des Bauhauses vor 100 Jahren. Mehr als 8.000 Stätten in rund 2.500 Städten beteiligten sich an der Aktion, wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz am Sonntag in Bonn mitteilte. Die bundesweite Eröffnung fand in Ulm statt.

"Prägende Kraft für das 20. Jahrhundert"

In Dessau nahm Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an der Eröffnung des neuen Bauhausmuseums teil. Für das Museum wurden 28 Millionen Euro investiert. Sie bescheinigte dem Bauhaus eine prägende Kraft für das 20. Jahrhundert.

Die von Walter Gropius 1919 in Weimar gegründete Einrichtung habe allen Menschen Zugang zu Kunst und Design ermöglichen wollen, aber auch die alte Tradition wieder aufgenommen, Handwerk und Kunst zu vereinen. Die erste Ausstellung in dem Museum zeigt auf 1.500 Quadratmetern Fläche unter dem Titel "Versuchsstätte Bauhaus. Die Sammlung" eine Auswahl mehr als 1.000 Exponaten aus der Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau.

Denkmaltag als "Familienfeier"

Der Vorsitzende des Stiftungsrates der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Jörg Haspel, sagte, der seit 1993 begangene Denkmaltag habe sich zu einer "Familienfeier" entwickelt. "Er bietet nicht nur die Möglichkeit, Denkmale, das kulturelle Erbe, kennenzulernen, sondern ist auch eine Chance, dass sich die Denkmalinteressierten gegenseitig kennenlernen. Eine bürgerschaftliche Denkmalbewegung - das ist unser Ziel."

In Ulm wurde erstmals auch der mit 5.000 Euro dotierte Förderpreis "Für deine Stadt - Denkmalschutz leben" der Stiftung Denkmalschutz verliehen. Er ging an den Verein pro ulma für sein vorbildhaftes Engagement bei der Erhaltung von historisch wertvollen Bauwerken in Ulm. Am Sonntag fand in der Donaustadt zum Auftakt ein Open-Air-Fest auf dem Münsterplatz statt. Der Münsterplatz mit dem gotischen Sakralbau und dem Stadthaus des New Yorker Architekten Richard Meier sollte das Motto widerspiegeln.

Laut Deutscher Bischofskonferenz beteiligten sich auch rund 1.500 katholische Kirchen und weitere kirchliche Bauten am Denkmaltag. Teils wurden Sonderprogramme sowie Führungen für Besucher angeboten.

"Kulturelles Gedächtnis"

Unterdessen würdigte Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) den Tag des offenen Denkmals als wichtigen Beitrag zum Erhalt des Kulturerbes im Land. Schlösser, Parks, Kirchengebäude, alte Industrieanlagen, aufgegebene Ölmühlen, frühere Brauereien und archäologische Stätten seien "unser kulturelles Gedächtnis, das es zu bewahren gilt".

Quelle:
KNA
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