Kölner Pfarrer freut sich über den Klassenerhalt des 1. FC Köln

"Das kommt einem Wunder gleich"

Das Zittern für die Kölner Fans hat ein Ende - der Sieg und damit auch der Klassenerhalt des 1. FC Köln ist in der Tasche. Pfarrer Wolfgang Fey hofft, dass der Verein die Chance für einen Neustart nutzt – und gut in die neue Saison startet.

1. FC Köln gewinnt gegen Holstein Kiel / © Carmen Jaspersen (dpa)
1. FC Köln gewinnt gegen Holstein Kiel / © Carmen Jaspersen ( dpa )

DOMRADIO.DE: "Kölsches Sommermärchen", "Klassenerhalt" und "Stark gemacht Jungs, wir haben an euch geglaubt!" So sah es gestern auf den Social-Media-Kanälen des 1. FC Köln und auch einigen Kölner Seiten aus. Die Mannschaft aus der Domstadt hat in Kiel mit 1:5 gesiegt. Das bedeutet: Kiel bleibt in der Zweiten Liga, Köln hat den Klassenerhalt geschafft. Hand aufs Herz, haben Sie damit gerechnet, dass die Kölner so spielen?

Pfarrer Dr. Wolfgang Fey (Pfarrer in Sankt Pankratius in Köln-Junkersdorf): Ich habe damit gerechnet und darauf gehofft, dass sie kämpfen. Das haben sie auch getan. Sie waren gut aufgestellt, aber mit einem solchen tatsächlich sensationellen Ergebnis, 1:5, habe ich wirklich nicht gerechnet. Das kommt einem Wunder gleich.

DOMRADIO.DE: Da freut man sich dann noch mal am Samstagabend. Fanden Sie es denn verdient oder sagen Sie, es ist eher Glück? Vor allem, wenn man jetzt an die 0:1-Niederlage von Mittwoch gegen Kiel denkt.

Fey: Also ich denke, es ist verdient. Der Trainer hat die Mannschaft noch ein bisschen umgestellt und es gab ja so einen Knick-Moment ganz am Anfang, als auf das erste Tor direkt ein Kontertor folgte. Da habe ich einen Moment lang gezittert und gebebt. Aber dann war der Lauf ja da und hat sich bis zum Schluss gehalten. Eine starke Mannschaft, die sich da gezeigt hat, die natürlich vieles infrage stellt, was in den letzten Runden so war, auch im ersten Relegationsspiel.

DOMRADIO.DE: Sie sind ja Mitglied der Stadionverbotskommission des 1. FC Köln und daher eigentlich auch immer im Austausch mit den Ultras, mit den Fans. Gerade ist das natürlich anders als sonst, aber vielleicht können Sie so etwas spekulieren, wie die Situation bei den Fans ist. Ist jetzt mit dem Sieg alles erledigt? Oder sollte man eher in die Zukunft schauen, wenn man jetzt auf die vergangene Saison zurückblickt?

Fey: Also weiterschauen müssen wir ohnehin. Wir werden in irgendeiner Form wieder in eine normale Situation, auch in und um das Stadion kommen. Vielleicht nutzen wir diese große Chance, die wir seit gestern haben, tatsächlich auch, um neu mit den Ultras ins Gespräch zu kommen und die mit uns und den anderen Fans. Dass es tatsächlich einen wirklich guten Neustart gibt, der für den Verein auch eine gute Zukunft, auch was diese Szene betrifft, beinhaltet.

DOMRADIO.DE: Im Moment ist der Austausch mit den Fans und den Ultras natürlich nicht ganz so wie sonst. Wie läuft das eigentlich in der Corona-Zeit?

Fey: Also es war ja sehr still. Es gab natürlich große Enttäuschungen, weil der Verein immer wieder sehr lange am Abstieg herumgekratzt hat. Natürlich war irgendwann erkennbar, dass ein Teil der Szene auch nicht stillhalten wird, je nachdem, was dann geschehen wird. Das ist Gott sei Dank gestern ja abgewendet worden. Wie gesagt, diese Chance sollte man jetzt auch nutzen.

DOMRADIO.DE: Was wünschen Sie der Mannschaft für die kommende Saison?

Fey: Ich wünsche zunächst mal, dass wir das genießen, gratuliere. Und ich hoffe, dass jetzt ein gutes Aufbauen in die nächste Saison möglich ist und dass wir vielleicht auch unter besseren und anderen Vorzeichen gut durchstarten können.

Das Interview führte Michelle Olion.

Hennes IX, Maskottchen des Fußball Bundesligisten 1. FC Köln, in einem Gehege im Zoo / © Alexander Foxius (DR)
Hennes IX, Maskottchen des Fußball Bundesligisten 1. FC Köln, in einem Gehege im Zoo / © Alexander Foxius ( DR )
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DR