Das Coronavirus positiv nutzen

Nichts wird mehr so sein wie vorher?

Das Coronavirus verändert derzeit enorm unser Leben. Damit wir trotzdem positiv bleiben, gibt DOMRADIO.DE-Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen einen Einblick in sein derzeitiges Leben in seiner Heimat in Ostwestfalen-Lippe.

 (DR)

Noch bevor wir die Corona-Krise auch nur ansatzweise überwunden haben, höre ich überall: Nach dieser Krise wird nichts mehr so sein, wie es vorher einmal war! Ich stelle fest: Schon jetzt ist nichts mehr so, wie es noch vor ein paar Tagen war. Mein Leben hat sich ganz schön verändert: Kein Händeschütteln mehr und Sicherheitsabstand – selbst zu meinen eigenen Eltern. Kein Treffen mit Freunden, kein Restaurant-, Konzert- oder Kinobesuch am Abend. Nicht mal mehr ein Kirchgang am Sonntag. Keine Familienfeiern – selbst bei der Beerdigung stehen nur noch die engsten Angehörigen am Grab. Das Virus ist längst in unseren Köpfen – selbst wenn wir noch nicht infiziert sind. Angst und Sorge überall. Es gibt kaum noch ein anderes Gesprächsthema. Und nach der Seuche soll alles wieder so werden wie davor?

Ich gehe derzeit jeden Abend einen alten Kreuzweg. Hier am kleinen Wallfahrtsort Stromberg – auf dem die Menschen schon seit Jahrhunderten unterwegs sind. Wenn dort dann abends die Sonne wunderbar untergeht, bin ich mir ganz sicher: So wie mein Vater und meine Vorväter hier auf dem Weg waren, so werden irgendwann auch die Kinder meiner Kinder hier unterwegs sein. Vielleicht nicht genau an dieser Stelle – auf genau diesem Weg. Aber wo immer meine Enkel und Urenkel dann die Sonne untergehen sehen, werden auch sie darauf vertrauen, dass die Sonne am nächsten Tag wieder aufgehen wird. So wie nach jedem Winter das Leben im Frühjahr neu erwacht. Ja – ich hoffe darauf, dass auch meine Enkelkinder darauf vertrauen, dass es da oben einen gibt, der nicht nur die Sonne lenkt, sondern es wirklich gut mit uns Menschen meint.

Ändern wird sich nur etwas, wenn wir uns selber ändern. Damit dürfen wir schon jetzt anfangen und nicht erst irgendwann, wenn der ganze böse Zauber vorbei ist: Schon hier und heute dürfen wir friedlicher, gerechter, sozialer, menschlicher – ja liebevoller werden! Es wäre gut, wenn diese Frohe Botschaft der Liebe sich schneller verbreitet als das tödliche Virus.

https://www.domradio.de/node/349909

 

Ihr
Ingo Brüggenjürgen 
Chefredakteur DOMRADIO.DE

PS: Auch wenn es draußen nachts noch sehr kalt ist – unsere Rechner laufen in diesen Tagen heiß. Neben den aktuellen Informationen aus Kirche und Welt sind es in diesen Corona-Tagen besonders unsere Gottesdienste in Bild und Ton aus dem Kölner Dom, die viele Zuschauer erreichen. Schon an dieser Stelle der Hinweis: auch die wichtigen liturgischen Feiern an den Kar- und Ostertagen werden wir über alle unsere Kanäle für Sie live übertragen. Auf Ihren „guten Draht nach oben“ dürfen Sie sich da verlassen!