Cranach-Triegel-Altar ist ab Dezember zurück in Naumburg

Umstrittenes Sakralkunstwerk

Der Cranach-Triegel-Altar ist ab dem 2. Dezember im Naumburger Dom zu sehen. Vor dem Kunstwerk findet eine musikalische Vesper mit dem katholischen Bischof Gerhard Feige und dem evangelischen Regionalbischof Johann Schneider statt.

Cranach-Triegel-Altar  / © Falko Matte (KNA)
Cranach-Triegel-Altar / © Falko Matte ( KNA )

Dies kündigten die Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg am Montag an.

Nach einem denkmalrechtlichen Streit um den Standort des Altars, war das Kunstwerk seit Dezember zunächst im Paderborner Diözesanmuseum, dann im Stift Klosterneuburg bei Wien zu sehen.

Bis 2025 im Naumburger Dom 

Das Welterbe-Zentrum der Unesco hatte zugestimmt, dass der Altar im Rahmen einer Ausstellung bis Juli 2025 erneut im Westchor des Naumburger Doms gezeigt werden kann.

In dem Streit geht es um einen von Lucas Cranach dem Älteren 1520 vollendeten Altaraufsatz, der damals im Westchor des Domes aufgestellt und dessen Mittelteil 1541 im Zuge der Reformation zerstört wurde.

Triegel ergänzte Mittelteil

Im Auftrag der Vereinigten Domstifter ergänzte der Leipziger Maler Michael Triegel den Mittelteil im Stil des 16. Jahrhunderts. Anschließend wurde der Altar im Juli 2022 wieder im Westchor aufgestellt.

Der Internationale Rat für Denkmalpflege (ICOMOS), der die Unesco berät, fordert jedoch einen anderen Standort im Dom. Die deutsche ICOMOS-Sektion sieht durch den Altar die Sichtachsen auf die zwölf Stifterfiguren des Doms, unter ihnen die berühmte Uta von Naumburg, beeinträchtigt und hält deswegen den Weltkulturerbe-Status für gefährdet.

Unesco

Die UN-Kulturorganisation Unesco - das Kürzel steht für United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization / Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur - ist eine von 16 Sonderorganisationen der Vereinten Nationen. Sie hat ihren Sitz in Paris.

Unesco-Hauptquartier in Paris / © Christophe Petit Tesson (dpa)
Unesco-Hauptquartier in Paris / © Christophe Petit Tesson ( dpa )
Quelle:
KNA