Christliche Krankenhäuser verlangen Neustrukturierung

Versorgung am Patienten ausrichten

Die christlichen Krankenhäuser in Deutschland haben eine stärkere Orientierung der Krankenhausversorgung am Patienten gefordert. Wichtig seien genügend Fachkräfte und ausreichende Finanzmittel.

Notfallambulanz im Krankenhaus / © Friso Gentsch (dpa)
Notfallambulanz im Krankenhaus / © Friso Gentsch ( dpa )

Der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (KKVK) und der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) erklärten in Berlin mit Blick auf den Bundestagswahlkampf, Personaluntergrenzen oder Mindestmengen garantierten noch keine hochwertige Behandlung der Patienten. Entscheidend sei eine ausreichende Zahl qualifizierter Fachkräfte. Zudem forderten die Verbände eine tragfähige Finanzierung der ambulanten und stationären Notfallversorgung. Sie müsse im Sinne der Patienten neu strukturiert werden.

"Grundsätzlich wird der Qualitätsaspekt künftig mehr Bedeutung bekommen, und dies unterstützen wir ausdrücklich", sagte der stellvertretende KKVD-Vorsitzende Ingo Morell. "Bei aller Spezialisierungsdiskussion darf aber der ganzheitliche Blick auf den Patienten nicht verloren gehen."

Regelungen müssen auch umgesetzt werden

Der Gesetzgeber müsse sich Gedanken machen, wie er bei der Anwendung von Mindestmengen, etwa in der Geburtshilfe, die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Deutschland sicherstellen will, so Morell. "Mindestmengen sollen Risiken verringern, aber als einziges Kriterium für die Zulassung von Kliniken zur Leistungserbringung eignen sie sich definitiv nicht", fügte er hinzu. Zertifizierte Zentren wiesen eine hohe Behandlungsqualität auf. Sie müssten auch künftig Leistungen anbieten dürfen.

Personaluntergrenzen könnten in pflege-intensiven Bereichen sowie für die Versorgung verletzbarer Patientengruppen eine Orientierung sein, sagte der Vorsitzende des DEKV, Christoph Radbruch. "Allerdings helfen solche Regelungen nur dann, wenn sie von den Einrichtungen auch umgesetzt werden können". Viele Kliniken litten aber unter Fachkräftemangel. Deshalb sei es dringlich, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten und für mehr Fachkräfte zu sorgen.

Quelle:
KNA