Kongolesische Bischöfe empört nach Attacken auf Kirchen

Christliche Kirchen im Abseits

Die Kirche in der Demokratischen Republik Kongo hat Angriffe auf ihre Einrichtungen und Würdenträger scharf verurteilt. Am Wochenende war Kardinal Fridolin Ambongo Besungu Opfer von "makabren Beschimpfungen" geworden.

In der Kapelle von Burhale (Kongo) steht ein Kreuz auf dem Altar / © Harald Oppitz (KNA)
In der Kapelle von Burhale (Kongo) steht ein Kreuz auf dem Altar / © Harald Oppitz ( KNA )

Die gewalttätigen Handlungen gegen die Kirche seien "eine schwere Verletzung der Religions- und Meinungsfreiheit, aber auch ein Verstoß gegen die Demokratie", hieß es in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme der nationalen Bischofskonferenz. "Das ist ein großer Rückschritt auf dem Weg des Rechtsstaates, nach dem das kongolesische Volk strebt."

Zunächst hatte Radio France International (RFI) berichtet. Demnach hat es bereits seit April im Bistum Mbuji-Mayi in der Provinz Kasai-Oriental immer wieder Attacken gegen Kirchen gegeben, bei denen es zu Kirchenschändungen gekommen sei. Am Wochenende sei nun auch der Erzbischof von Kinshasa, Kardinal Fridolin Ambongo Besungu, Opfer von "makabren Beschimpfungen" geworden.

Katholiken und Protestanten bei der Wahlkommission außen vor 

Als mutmaßliche Anstifter nennen die Bischöfe den Generalsekretär der Regierungspartei Union pour la Democratie et le Progres Social (UDPS), Augustin Kabuya. Dieser habe in einem Video den Erzbischof von Kinshasa sowie den Generalsekretär der Bischofskonferenz, Donatien Nshole, anzüglich beleidigt und ihnen eine "Politisierung der Kirche" vorgeworfen. Auch die vermummten Angreifer an der erzbischöflichen Residenz hatten nach Angabe der Bischöfe Worte aus der Rede Kabuyas als Beleidigungen genutzt, was eine Verbindung zur UDPS nahelege. Die Bischofskonferenz forderte die Regierung zu Gegenmaßnahmen und "strenger Strafe" für die Täter auf.

Hintergrund des aktuellen Konfliktes sind laut RFI Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Konfessionen im Land um die Besetzung der unabhängigen nationalen Wahlkommission (Ceni). Demnach einigten sich sechs der acht im Kongo anerkannten Glaubensgruppen am vergangenen Wochenende auf einen Kandidaten für den Vorsitz der Kommission. Die katholische und die protestantische Kirche, als maßgebliche Konfessionen des Landes, seien an dem Vorgang jedoch nicht beteiligt gewesen und hatten ihn für illegal erklärt.


Quelle:
KNA