"Christival" in Erfurt beendet

Veranstalter spricht von 13.000 Teilnehmern

Mit einem Gottesdienst auf dem Messegelände ist am Sonntag in Erfurt das siebte "Christival" zu Ende gegangen. Nach Veranstalterangaben waren rund 13.000 junge Menschen aus dem In- und Ausland dabei.

Teilnehmer kommen zum Gottesdienst zum Abschluss des Christival auf dem Messevorplatz / © Bodo Schackow (dpa)
Teilnehmer kommen zum Gottesdienst zum Abschluss des Christival auf dem Messevorplatz / © Bodo Schackow ( dpa )

Fünf Tage lang waren sie zusammengekommen, um das Leben und ihren Glauben zu feiern. Die Veranstaltung war von evangelischen Gruppen organisiert worden. Das Glaubensfest mit Gottesdiensten, Gesprächsforen und Konzerten ist das nächste Mal für 2028 geplant. Ort und Datum stehen laut Veranstaltern bislang nicht fest.

Der "Christival"-Vorsitzende Karsten Hüttmann rief die Teilnehmenden in seiner Abschlusspredigt dazu auf, Freude und Hoffnung mit in den Alltag zu nehmen: "Lasst uns Freudenboten, Hoffnungsbotschafterinnen und Glaubensbringer in unserem Umfeld sein." Gott begleite die Menschen, auch wenn sie sich Situationen ihres Lebens vielleicht nicht gewachsen fühlten. Hüttmann dankte den fast 2.000 ehrenamtlichen Helfern des "Christivals".

Zu der Veranstaltung waren auch mehrere Prominente gekommen, darunter Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Er blickte auf den Krieg in der Ukraine und sagte: "Als Christ und Linker hat man an der Seite der Ukraine zu stehen." Der russische Präsident Wladimir Putin dürfe den Krieg nicht gewinnen.

Glaube für Ministerpräsident Ramelow "große Kraftquelle"

Zugleich kritisierte Ramelow, dass Deutschland Russland Wehrtechnik geliefert habe, die gegen die Ukraine eingesetzt werde: "Wir haben nun keinen Grund, der Ukraine Waffenlieferungen zu verweigern." Allerdings sei er gegen Kriegswaffen "weltweit". Ihn "ärgere maßlos, dass wir die anderen Kriege, die zurzeit weltweit herrschen, aus den Augen verlieren".

Seinen eigenen Glauben bezeichnete der Ministerpräsident als "große Kraftquelle". Den Glauben zu haben, "hilft mir in ganz großen Schwierigkeiten". Als Christ in der Partei Die Linke zu sein, sei "total aufregend". Und: "Ich bin der Kieselstein in meiner Partei, und das bin ich sehr gerne." Seit seiner Zeit im Kindergottesdienst habe ihn durch das Aufwachsen in einem evangelischen Elternhaus die Gerechtigkeit umgetrieben: "Ich bin mit Nächstenliebe groß geworden."

Videobotschaft von Schirmherr Wolfgang Schäuble

Schirmherr Wolfgang Schäuble unterstrich in einer Videobotschaft die Bedeutung von Jugendarbeit. Die Krisen der vergangenen beiden Jahre hätten die Sorgen und Nöte der Jugendlichen offenbart: "Danke, dass Sie als Netzwerk von über 80 Jugendverbänden und Kirchen so viel investiert haben, um tausenden Jugendlichen dieses fröhliche Glaubensfest zu ermöglichen", so der CDU-Politiker.

Der Glaube an Jesus könne ein "großer Halt und Mutmacher" sein. Von der Gesellschaft wünsche er sich das Herz und den Einsatz der jungen Generation: "Sie dürfen uns Älteren nun auch Mut machen und müssen mutig Neues wagen." Dazu gehörten auch neue Wege der Vergebung, des Miteinanders und der Einheit: "Auch hier kann die Botschaft Jesu vorbildlich sein."

Autor/in:
Leticia Witte
Quelle:
KNA