Kardinal Parolin warnt vor populistischen Parteien

"Christentum ist kein Supermarkt"

Das Christentum muss nach Aussage von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin mit all seinen Facetten akzeptiert werden. Er warnte, wenn Menschen sich nur das aussuchen, was ihnen gefalle, bestehe ein Risiko.

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin bei einem Symposium am 30. Juni 2021 in der Apostolischen Nuntiatur in Berlin / © Grodon Welters (KNA)
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin bei einem Symposium am 30. Juni 2021 in der Apostolischen Nuntiatur in Berlin / © Grodon Welters ( KNA )

"Im Christentum wählt man nicht aus, was einem gefällt oder was bequem ist", sagte Parolin laut "Vatican News" am Rand eines Treffens der Europäischen Volkspartei (EVP) am Mittwoch in Rom. Es sei nicht wie beim Gang in den Supermarkt, wo man nach Bedarf dies oder jenes in seinen Korb lege.

Das Christentum beinhalte beispielsweise nicht nur den Schutz des Lebens in all seinen Phasen, sondern auch Nächstenliebe, die sich auch in der Aufmerksamkeit für Flüchtlinge und Migranten manifestiere, sagte der Kardinal mit Blick auf populistische Parteien, die sich auf das Christentum berufen. Wenn man sich nur das aussuche, was einem gefalle, bestehe das Risiko einer Instrumentalisierung des Glaubens.

Bei dem Parteitreffen war laut Vatican News nicht nur Parolin geladen, sondern auch der Präsident der EU-Bischofskommission COMECE, Kardinal Jean-Claude Hollerich, und der Leiter der vatikanischen Entwicklungsbehörde, Kardinal Peter Turkson.

Kundin im Supermarkt / © Rolf Zöllner (epd)
Kundin im Supermarkt / © Rolf Zöllner ( epd )
Quelle:
KNA