Christen in Indien fechten "Massenbekehrungs-Gesetz" an

Überflüssiges Wahlkampfkalkül?

Juristische Klärung: Christen im indischen Himachal Pradesh haben vor dem Obersten Gericht des Bundesstaats ein von der hindu-nationalistischen BJP-Regionalregierung erlassenes Gesetz zum Verbot von "Massenbekehrungen" angefochten.

Symbolbild Richterhammer auf Gesetzbüchern / © Billion Photos (shutterstock)
Symbolbild Richterhammer auf Gesetzbüchern / © Billion Photos ( shutterstock )

Ein Sprecher der Kläger sagte dem asiatischen Pressedienst Ucanews am Montag, das Gesetz sei überflüssig, weil es bereits ein Gesetz gegen Bekehrungen gebe. Die BJP wolle mit der neuen Vorschrift wenige Monate vor der Wahl nur zeigen, dass sie es mit ihren sogenannten Antikonversionsgesetzen ernst meine.

Politischer Arm der Hindunationalisten

In dem neuen Gesetz wird "Massenbekehrung" als gleichzeitige Konversion von zwei oder mehr Personen definiert. Zudem wird die Strafe für einen Religionswechsel durch Gewalt oder Verlockung von 7 auf maximal 10 Jahre Gefängnis erhöht.

Die BJP ist eine Befürworterin von Antikonversionsgesetzen und hat bereits in zehn der von ihr regierten Bundesstaaten ähnliche Maßnahmen eingeführt. Die BJP ist der politische Arm der Hindunationalisten, die eine Art hinduistischen Gottesstaat zum Ziel haben, in dem andere Religionen bestenfalls geduldet sind.

Auch Dalai Lama lebt in Himachal Pradesh

95 Prozent der 6,8 Millionen Einwohner von Himachal Pradesh im Himalaya sind Hindus. Der Anteil der Muslime an der Bevölkerung beträgt 2,1 und der Christen 0,18 Prozent. In Himachal Pradesh lebt der aus Tibet vor den Chinesen geflohenen Dalai Lama, der in Dharamsala residiert.

Religionsfreiheit

Die Religionsfreiheit gehört zu den grundlegenden Menschenrechten. In Deutschland heißt es in Artikel 4 des Grundgesetzes: "Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich." Die ungestörte Religionsausübung - gleich welcher Konfession - soll ebenfalls gewährleistet sein.

Religionsfreiheit weltweit eingeschränkt / © N.N. (Open Doors)
Religionsfreiheit weltweit eingeschränkt / © N.N. ( Open Doors )

Quelle:
KNA