China reagiert auf Grußtelegramm von Papst Franziskus

"Konstruktiven Dialog weiterführen"

China hat ein Grußtelegramm von Papst Franziskus im Zuge seiner Mongolei-Reise kommentiert. Dabei ist die Rede von "Freundschaft und gutem Willen" sowie Dialog. Rom und Peking unterhalten nach wie vor keine diplomatische Beziehungen.

Die Flagge des Vatikans neben der Flagge Chinas / © Borka Kiss (shutterstock)
Die Flagge des Vatikans neben der Flagge Chinas / © Borka Kiss ( shutterstock )

"Die Grüße des Vatikans zeugen von Freundschaft und gutem Willen", sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Wang Wenbin, bei einer Pressekonferenz in Peking.

Das Ministerium veröffentlichte die Aussagen am Freitagabend.

Auf diesem Videostandbild gestikuliert Wang Wenbin, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, während eines Medienbriefings im Büro des Außenministeriums am 13.02.2023 / © Liu Zheng (dpa)
Auf diesem Videostandbild gestikuliert Wang Wenbin, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, während eines Medienbriefings im Büro des Außenministeriums am 13.02.2023 / © Liu Zheng ( dpa )

"China möchte den konstruktiven Dialog mit dem Vatikan weiterführen, das Verständnis verbessern, gegenseitiges Vertrauen aufbauen und den Prozess der Verbesserung der Beziehung zwischen den beiden Seiden voranbringen", erklärte der Sprecher weiter.

Bei solchen Gelegenheiten übliche Prozedur

Franziskus hält sich derzeit zu einer viertägigen Reise im chinesischen Nachbarland Mongolei auf. Beim Hinflug hatte der Papstflieger auch den Luftraum Chinas durchquert.

Wie bei solchen Gelegenheiten üblich, sandte der Papst ein Grußtelegramm an Staatsoberhaupt Xi Jinping.

"Ich sichere Ihnen meine Gebete für das Wohlergehen der Nation zu und ich erbitte für Sie alle den göttlichen Segen von Einheit und Frieden", heißt es darin.

Diplomatische Eiszeit zwischen dem Vatikan und Peking

Chinas kommunistische Regierung hatte einem Medienbericht zufolge den Katholiken des chinesischen Festlandes eine Teilnahme an dem Papstbesuch verboten.

Auch Bischöfe durften demnach nicht in die Mongolei ausreisen. Lediglich drei chinesische Bischöfe aus den Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau seien in die mongolische Hauptstadt Ulan Bator gekommen.

Zwischen Peking und dem Vatikan bestehen keine diplomatischen Beziehungen. Ein Streitpunkt ist die Rolle der Regierung bei der Ernennung von katholischen Bischöfen.

Papst-Besuch in China gilt derzeit als ausgeschlossen

Dazu gibt es seit 2018 ein Geheimabkommen zwischen Peking und dem Vatikan, das vor knapp einem Jahr zum zweiten Mal verlängert wurde. Ein Papstbesuch in China gilt derzeit als ausgeschlossen.

In der Mongolei rief Franziskus am Samstag zum Frieden und zur Achtung internationaler Gesetze auf und verlangte Grundrechte für alle Menschen.

"Bemühen wir uns gemeinsam darum, eine Zukunft des Friedens zu errichten", sagte er.

Zahlen zur katholischen Kirche in China

Das kommunistisch regierte Riesenland China ist multireligiös. Laut dem China-Zentrum in Sankt Augustin bei Bonn sind seine fünf offiziell anerkannten Religionsgemeinschaften der Buddhismus, Daoismus, Islam, Protestantismus und Katholizismus. Von den 1,4 Milliarden Chinesen sind rund 185 Millionen Buddhisten, etwa 23 Millionen zählen sich zum Islam, zum Protestantismus ca. 38 bis 60 Millionen; ca. 10 Millionen sind Katholiken. Die Zahl der Anhänger des Daoismus ist nicht feststellbar.

Zwei junge Männer, ein Seminarist und ein Sängerknabe, sitzen auf Stühlen während einer Messe am 13. Januar 2019 in der Kirche Xishiku in Peking. / © Gilles Sabrie (KNA)
Zwei junge Männer, ein Seminarist und ein Sängerknabe, sitzen auf Stühlen während einer Messe am 13. Januar 2019 in der Kirche Xishiku in Peking. / © Gilles Sabrie ( KNA )
Quelle:
KNA