Chat mit Maria Magdalena bei der Netzgemeinde DA_ZWISCHEN

"Hallo Maria Magdalena!"

Wie wäre es mit einem Chat mit einer biblischen Figur? Durch ein Projekt der Netzgemeinde DA_ZWISCHEN kann man das ausprobieren und einer fiktiven Maria Magdalena schreiben. Was dahinter steckt, erklärt Mitinitiator Tobias Aldinger.

Eine junge Frau tippt auf ihrem Smartphone / © Alexey Rotanov (shutterstock)
Eine junge Frau tippt auf ihrem Smartphone / © Alexey Rotanov ( shutterstock )

DOMRADIO.DE: Warum haben Sie sich das Chatten mit einer biblischen Figur ausgedacht?

Tobias Aldinger (Netzgemeinde DA_ZWISCHEN): Wir versuchen als Netzgemeinde DA_ZWISCHEN, das Evangelium und die Botschaft von Jesus ins Heute zu holen. Dabei überlegen wir uns immer wieder: Wie können wir das, was aus der Bibel für den Alltag ist relevant, auch lebendig werden lassen?

Dann dachten wir, weil wir eine digitale Gemeinde sind, die vor allem über die Messenger, also WhatsApp, Telegram und Facebook-Messenger funktioniert, wäre es doch eigentlich mal eine schöne Frage: Mit wem würde ich denn gerne mal chatten? Mit welcher biblischen Figur oder welchem Heiligen würde ich gerne in Kontakt treten?

Das haben wir die Community gefragt und da kamen einige Vorschläge zusammen. Darüber hat wurde dann abgestimmt und heraus kam Maria Magdalena.

DOMRADIO.DE: Was kann man der Maria Magdalena zum Beispiel denn schreiben?

Aldinger: Man kann sie einfach erst mal begrüßen. Dann geht es nämlich los. Wenn man auf unseren Kanälen "Hallo Maria Magdalena" oder "Moin Magdalena" schreibt, also sie einfach begrüßt, dann meldet sich sozusagen die fiktive Maria Magdalena und erzählt über ihr Leben und über ihre Begegnung mit Jesus. Dabei kann man immer wieder auch bestimmte Schwerpunkte setzen.

Wenn ich zum Beispiel wissen will: Wie sahst du denn aus, Maria? Dann schickt die Maria drei oder vier Bilder aus der Kunstgeschichte mit Darstellungen von Maria Magdalena und erzählt ein bisschen was davon. Oder wenn Sie wissen wollen, welche Eigenschaften Maria Magdalena ausmachen, dann erzählt sie was über die Eigenschaften. Die haben immer auch eine persönliche Botschaft. Zum Beispiel, wenn Maria Magdalena hoffnungsvoll ist, dann möchte sie natürlich der chattenden Personen auch ein Stück Hoffnung für den Alltag mitgeben.

DOMRADIO.DE: Antwortet da ein Chatbot oder sitzt eine echte Person am Handy auf der anderen Seite?

Aldinger: Da antwortet ein Chatbot. Wir haben verschiedene Wege programmiert. Das würde sonst gar nicht gehen, wenn da gleichzeitig mehrere hundert Menschen zugreifen.

Bei solchen Aktionen kann es dann schon mal sein, dass 500 bis 1.000 Menschen im Laufe des Wochenendes zugreifen und dann wäre das natürlich zu schwierig, da eine Person hinter zu setzen. Aber es ist trotzdem ein spannendes Erlebnis, weil wir natürlich versuchen, möglichst nah an dem zu bleiben, was wir von Maria Magdalena aus der Bibel wissen. Daraus entwickeln wir ein Gespräch.

DOMRADIO.DE: Wir kennen biblische Geschichten und Zeichnungen von Maria Magdalena – und dass sie da nicht wirklich am Handy sitzt, ist auch klar. Was ist denn für Sie der Mehrwert hinter diesem Chat?

Aldinger: Die Fragen, die Maria zurück stellt, sind immer spannend. Wo hast du in deinem Alltag schon Auferstehungserfahrungen gemacht, fragt sie etwa als Auferstehungszeugin. Oder: Wo kannst du in deinem Alltag deinen Schmerz angucken und betrauern?

Maria Magdalena ist eine ganz starke Frau, die auch den Schmerz anschaut, die beim Kreuz stand und die am Grab war. Sie hat sich sozusagen ihrem Schmerz gestellt. Das sind natürlich Dinge, die für uns heute immer noch gelten.

So kann man auch eine kleine Beziehung aufbauen. Vielleicht auch Menschen, die Maria Magdalena noch nicht so gut kennen.

Diese Gemeinschaft der Heiligen, an die wir glauben, die meint wirklich eine Gemeinschaft mit den Heiligen, die es schon gibt und die da waren und die über alle Zeiten hinweg sein werden. Vielleicht wird das dadurch ein bisschen mehr Wirklichkeit.

DOMRADIO.DE: Jetzt geht es heute los mit Maria Magdalena. Wird es auch noch Chats mit anderen biblischen Figuren geben?

Aldinger: Das ist relativ aufwendig, sich verschiedene Gesprächswege auszudenken. Von daher schauen wir jetzt mal. Wenn wir ganz viel Resonanz bekommen, dann könnten wir vielleicht noch eine zweite oder dritte Person reinnehmen. Wir testen immer mal wieder und schauen, ob es den Menschen was gibt. Bisher ist das nur mit einer Person geplant.

Wir haben uns Vorschläge geben lassen. Da kamen dann 80 biblische Personen und Heilige zusammen und es gab letzte Woche eine Abstimmung, welche Person es werden soll. Jetzt in der Osterzeit ist natürlich Maria Magdalena ganz vorne dabei gewesen.

DOMRADIO.DE: Wenn man mit Maria Magdalena Kontakt aufnehmen will, wie kann man sich bei Ihnen anmelden?

Aldinger: Am besten gehen Sie auf unsere Homepage der Netzgemeinde DA_ZWISCHEN. Dort finden Sie eine Möglichkeit "DA_BEI SEIN" (dabei sein), mit der Sie sich anmelden können. Da werden die verschiedenen Chat-Kanäle über WhatsApp, Facebook-Messenger und Telegram angezeigt. Wenn Sie sich da über das Smartphone anmelden, werden Sie auf Ihren Messenger direkt weitergeleitet und können dort direkt reinschreiben: Hallo Maria Magdalena!

Das Interview führte Hannah Krewer.

Social Media/Soziale Medien

Der Begriff Social Media beschreibt Webseiten und Apps, über die Nutzer Inhalte kreieren sowie teilen und sich vernetzen können. Zentrales Merkmal von Social Media ist die Interaktivität. Soziale Interaktion zwischen Nutzern sowie kollaboratives Schreiben prägen den Online-Dialog, die sogenannte Many-to-many-Kommunikation. Nutzer erstellen Inhalte (User Generated Content), über die ein permanenter, zeitlich unbegrenzter Austausch mit anderen stattfindet.

Symbolbild: Jugendlicher mit Handy / © Angelika Warmuth (dpa)

Quelle:
DR