Caritasverband ist gegen Kürzungen bei Migrationsberatung

Orientierung im Sozialstaat

Menschen, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen, brauchen Hilfe, um mit den Strukturen, Behörden und dem Sozialstaat zurechtzukommen. Dafür sind die Migrationsberatungsstellen da, deren Gelder aber gestrichen werden sollen.

Geflüchtete aus der Ukraine erhalten erste Beratung / © Robert Michael (dpa)
Geflüchtete aus der Ukraine erhalten erste Beratung / © Robert Michael ( dpa )

Der Deutsche Caritasverband hat sich gegen Einsparungen des Bundes bei der Beratung von Geflüchteten ausgesprochen. Die Bundestagsabgeordneten sollten sich in den Haushaltsverhandlungen für den Erhalt der bundesweit 1.370 Migrationsberatungsstellen für erwachsene Zuwanderer (MBE) einsetzen, forderte der Caritasverband am Dienstag.

Deutscher Caritasverband

Der Deutsche Caritasverband (DCV) ist der größte Wohlfahrtsverband Europas. Die Dachorganisation katholischer Sozialeinrichtungen setzt sich für Menschen in Not ein. Mit rund 690.000 hauptamtlichen Mitarbeitern - 80 Prozent sind Frauen - ist die Caritas zudem der größte private Arbeitgeber in Deutschland. Der Begriff "caritas" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Nächstenliebe. Sitz des 1897 gegründeten Verbands ist Freiburg. Wichtige Bedeutung haben die Büros in Berlin und Brüssel.

Hinweisschild der Caritas / © Michael Althaus (KNA)
Hinweisschild der Caritas / © Michael Althaus ( KNA )

Die Bundesregierung plane, die Förderung für die Beratung im kommenden Jahr um 22 Millionen Euro zu kürzen. Damit müssten etwa 300 Stellen von Beratern gestrichen werden. Deren Arbeit sei für die Integration von Migrantinnen und Migranten wichtig.

Beratungsbedarf steigt

Im vergangenen Jahr unterstützten die Fachstellen in Deutschland laut Caritasverband rund 494.000 Menschen. Mit Blick auf viele Flüchtende im Zuge des Krieges in der Ukraine erwartet der Verband für das aktuelle und das kommende Jahr einen deutlich höheren Beratungsbedarf.

Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa betonte: "Um sich, aus dem Ausland kommend, im deutschen Sozialstaat zurecht zu finden, braucht man für die Suche nach einem Kita-Platz, für Zugänge ins deutsche Gesundheitswesen und für viele andere Alltagsfragen Begleitung und Orientierung." Die Fachstellen vermittelten beispielsweise auch Integrations- und Sprachkurse. Zudem zeigten die Zahlen, dass Geflüchtete nach einer Fachberatung weniger häufig soziale Transferleistungen wie Hartz-IV bräuchten. Träger der vom Bundesinnenministerium geförderten Migrationsberatung sind demnach die Freie Wohlfahrtspflege und der Bund der Vertriebenen.

Quelle:
KNA