Caritas international warnt vor Winter in der Ukraine 

Eine große Herausforderung

Ein halbes Jahr nach dem russischen Überfall auf die Ukraine versuchen viele Menschen in dem Kriegsland verzweifelt, sich auf den bald beginnenden Winter vorzubereiten. Caritas International fordert mehr Unterstützung aus Deutschland.

Kinder in der Ukraine / © Alexander Ermochenko (dpa)
Kinder in der Ukraine / © Alexander Ermochenko ( dpa )

"Die Situation ist extrem schwierig, insbesondere für die Menschen in den östlichen Landesteilen", sagte der Ukraine-Experte von Caritas international, Gernot Krauß, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Freiburg. Am Donnerstag begeht die Ukraine ihren Unabhängigkeitstag, der russische Überfall begann genau sechs Monate zuvor.

Ukraine, Irpin: Eine Frau steht vor ihrem durch Angriffe zerstörten Haus / © Natacha Pisarenko (dpa)
Ukraine, Irpin: Eine Frau steht vor ihrem durch Angriffe zerstörten Haus / © Natacha Pisarenko ( dpa )

Brennholz, Gas oder Öl zum Heizen seien - wenn überhaupt verfügbar - extrem teuer, sagte Krauß nach einem Besuch von Caritas-Hilfsprojekten in Lwiw. "Hinzu kommen die großen Schäden an der Infrastruktur, etwa an den Fernwärmeleitungen oder auch an den einzelnen Wohnungen." Derzeit sei völlig unklar, wie die Menschen, darunter viele Binnenflüchtlinge, die kalten Monate überstehen sollen. Die Caritas Ukraine versuche auch mit deutschen Spendengeldern, die Menschen bei den Wintervorbereitungen zu unterstützen.

Psychologische Beratung wichtig

"Schon im vergangenen Winter war das extrem schwierig, die kommenden Monate werden jetzt eine noch größere Herausforderung." Bereits in wenigen Wochen könne es in der Ukraine sehr kalt werden.

Auch würden weiterhin Lebensmittel und Hygieneartikel über die landesweit 5 Caritas-Sozialzentren und 36 Unterzentren verteilt, sagte Krauß. Ein Schwerpunkt der Arbeit seien zudem Hilfen für Alte sowie psychologische Beratungen. "Viele Ukrainer sind durch die ständige Gefahr zermürbt. Es ist die russische Taktik, dass sich niemand nirgends in Sicherheit fühlen soll", so der Caritas-Experte. Auch während seines Aufenthalts im westukrainischen Lwiw habe es immer wieder Luftalarm gegeben. "Besonders für Kinder ist diese ständige Gefahr extrem belastend."

Laut Caritas international ist die Finanzierung der Hilfsprojekte aktuell gesichert. Zugleich brauche es weitere Unterstützung aus Deutschland, etwa auch für mittelfristige Wiederaufbauprojekte.

Caritas international

Caritas International arbeitet eng mit den weltweit 165 nationalen Caritas-Organisationen zusammen. Von seinem Hauptsitz in Freiburg aus unterstützt das katholische Hilfswerk jährlich etwa 1.000 Hilfsprojekte in aller Welt. In den Projekten gewährleisten die Kompetenz und das Engagement der einheimischen Caritas-Mitarbeiter den dauerhaften Erfolg vor Ort.

Die Caritas gibt es in über 160 Ländern / © Karolis Kavolelis (shutterstock)
Die Caritas gibt es in über 160 Ländern / © Karolis Kavolelis ( shutterstock )
Quelle:
KNA