Petrusbrüder bedauern Vatikan-Text zur Alten Messe

Bleibt das "Eigenrecht" unberührt?

Der deutschsprachige Distrikt der Priesterbruderschaft Sankt Petrus hat "mit großem Bedauern" auf die Klarstellung des Vatikan hinsichtlich der Alten Messe reagiert. Welche konkreten Auswirkungen die Vatikan-Aussage hat, sei aber noch offen.

Alte tridentinische Messe (KNA)
Alte tridentinische Messe / ( KNA )

Das Dokument der Gottesdienstkongregation schränke den Gebrauch der liturgischen Bücher von 1962 weiter ein, teilte die Petrusbruderschaft am Dienstag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) im südbayerischen Wigratzbad mit. Über "konkrete Auswirkungen auf unsere Apostolate" werde man sich in den kommenden Wochen mit den zuständigen Bistümern beraten.

Die Bruderschaft habe mit ihrer Gründung durch den Heiligen Stuhl die Garantie erhalten, die traditionelle Liturgie in ihrer Gesamtheit und ohne Einschränkungen feiern zu dürfen. "Wir gehen davon aus, dass dieses Eigenrecht weiterhin besteht, da unsere Konstitutionen, die 2003 vom Heiligen Stuhl endgültig approbiert wurden und denen wir verpflichtet sind, weder geändert noch aufgehoben wurden."

Und weiter: "In Treue zur Kirche werden wir den Dienst an den uns anvertrauten Gläubigen weiterhin aufrechterhalten, wie es unserem kirchlichen Auftrag und dem damit verbundenen Eigenrecht unserer Gemeinschaft entspricht."

Neues Schreiben des Vatikan

Der Vatikan hatte sich am Wochenende in einem neuen Schreiben zu Unklarheiten bei der Auslegung des Papst-Erlasses "Traditionis custodes" (Die Wächter der Tradition) vom Juli geäußert. Der Präfekt der Gottesdienstkongregation, Arthur Roche, bestätigte, dass Franziskus mit dem Erlass die "ordentliche Form" der Messe als "einzige Ausdrucksweise" des Römischen Messritus festgelegt habe.

Die 2007 von Benedikt XVI. in größerem Umfang erlaubte außerordentliche Form von 1962 darf demnach nur noch unter besonderen Voraussetzungen gefeiert werden.

Die Priesterbruderschaft Sankt Petrus wird dem konservativen katholischen Spektrum zugeordnet. Sie gilt als papsttreu, aber kritisch bezüglich der Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Die Petrusbrüder haben nach eigenen Angaben weltweit etwa 500 Mitglieder. In Wigratzbad befindet sich das älteste Priesterseminar der Petrusbrüder und das weltweit erste kanonisch errichtete Haus der Gemeinschaft. Zudem ist Wigratzbad Sitz ihres deutschsprachigen Distrikts.

Der im Juli vom Vatikan veröffentlichte Erlass "Traditionis custodes" ist in konservativ-katholischen Kreisen umstritten. Die Vorgaben sollen nach den Worten von Papst Franziskus Spaltungstendenzen innerhalb der Kirche begegnen. Verteidiger der traditionellen Liturgie beklagen neben dem Inhalt des Dokuments den strengen Ton.

Quelle:
KNA