Bistum: Zuschüsse für Veranstaltungen kein Privileg der Kirchen

Streit um Finanzierung des Christentreffs

Die Stadt Frankfurt unterstützt den Ökumenischen Kirchentag 2021 mit über vier Millionen Euro - das stößt beim Bund der Konfessionslosen auf Kritik. Das Bistum Limburg hat nun darauf reagiert.

Wie soll Kirche angemessen mit Geld umgehen? / © Harald Oppitz (KNA)
Wie soll Kirche angemessen mit Geld umgehen? / © Harald Oppitz ( KNA )

Das Bistum Limburg hat auf kritische Töne zum geplanten Zuschuss für den Ökumenischen Kirchentag 2021 aus dem Haushalt der Stadt Frankfurt reagiert. "Wir freuen uns, dass die Stadt Frankfurt und das Land Hessen dieses Anliegen auch finanziell unterstützen", sagte Bistumssprecher Stephan Schnelle am Dienstag auf Anfrage. Dies sei kein Privileg für die Kirchen, sondern geschehe auch bei anderen Großveranstaltungen wie Fußballspielen, Sportveranstaltungen oder Kulturfestivals.

Zuvor hatte der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) den vorgesehenen Zuschuss kritisiert. "Einen Kirchentag aus öffentlichen Mitteln zu subventionieren, verstößt gegen die weltanschauliche Neutralität des Staates, die auch für Kommunen zu gelten hat", sagte der IBKA-Landessprecher Hessen, Martin Wagner.

Barzuschuss von 3,9 Millionen Euro

Die Stadt unterstützt nach bisherigen Planungen den dritten Ökumenischen Kirchentag mit einem Barzuschuss von 3,9 Millionen Euro und gewährt unentgeltlich Sach- und Dienstleistungen mit einem Wert von bis zu einer Million Euro. Über den genauen Finanzplan für das Christentreffen wird laut Bistum Limburg noch beraten. Wenn es verlässliche Summen gebe, würden diese bekannt und transparent gemacht, kündigte Schnelle an. Es sei indes "völlig klar", dass Gastgeber und Veranstalter "in erheblichem Maße" an der Finanzierung beteiligt seien. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat nach eigenen Angaben 2016 bereits rund 8 Millionen Euro für das Großereignis, zu dem bis zu 200.000 Besucher erwartet werden, zurückgestellt.

Wagner hatte weiter erklärt, es sei nicht einzusehen, den Kirchen "eine solche Veranstaltung zu einem nicht unbeträchtlichen Teil zu finanzieren". Der IBKA kündigte Protestaktionen gegen den Zuschuss an. Städtische Zuschüsse zu kirchlichen Großveranstaltungen waren zuletzt umstritten, so auch beim Katholikentag vom 9. bis 13. Mai 2018 in Münster. Nach Berlin (2003) und München (2010) findet der dritte Ökumenische Kirchentag vom 12. bis zum 16. Mai 2021 in Frankfurt am Main statt. Veranstalter sind das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT).


Quelle:
KNA