Bistum Trier muss zahlreiche Kirchen aufgeben

Langfristige Immobilienstrategie

Gerade erst ist eine Pfarreienreform im Bistum Trier abgeschlossen. Nun stehen neue harte Entscheidungen an. Viele Kirchen könnten künftig nicht mehr gefördert werden. Welche betroffen sind, klären die Gemeinden.

Blick auf den Trierer Dom / © Julia Steinbrecht (KNA)
Blick auf den Trierer Dom / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Nach Abschluss einer Pfarreienreform muss das Bistum Trier in den nächsten Jahren wohl etliche Kirchen aufgeben. "Wir stehen tatsächlich vor der Frage, welche Kirchen und Gebäude langfristig erhalten werden können", sagte der Trierer Bischof Stephan Ackermann in einem Interview des Portals katholisch.de. Dazu habe das Bistum eine langfristige Immobilienstrategie entwickelt.

In einem auf acht Jahre angelegten Prozess sollten die Pfarreien zunächst klären, welche Gebäude künftig noch vom Bistum gefördert werden, so Ackermann. Die Entscheidungen träfen die Kirchengemeinden vor Ort und legten sie dem Bistum vor. "Wir tragen da die Verantwortung gemeinsam."

Aus 900 Pfarreien sind 168 geworden

Zum Bistum Trier gehören gut 1,1 Millionen Katholiken im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Die einst 900 Pfarreien wurden in den vergangenen Jahren zu 168 Pfarreien in 34 sogenannten Pastoralen Räumen zusammengelegt.

Ursprünglich waren noch weitergehende Reformen geplant, die jedoch auf Widerstand an der Basis und unter Klerikern stießen - und schließlich 2019 vom Vatikan gestoppt wurden. In der Folge wurde das Konzept grundlegend überarbeitet, entschärft und zeitlich gestreckt. Mit den letzten Fusionen Anfang dieses Jahres gilt die Reform nun als weitgehend abgeschlossen.

Bischof betont Notwendigkeit von Reformen

Anfangs habe die Kombination aus Größe, Tempo und verändertem Leitungsmodell zu massiven Irritationen geführt, räumte Ackermann ein. Inzwischen habe sich der Reformprozess jedoch stabilisiert. Viele Katholiken hätten die Notwendigkeit der Fusionen erkannt, auch wenn diese selten "Liebesheiraten" seien. Er sehe das Bistum auf einem guten Weg, um die Zukunft der Kirche zu gestalten.

Der Bischof äußerte Verständnis für eine verbreitete Reformmüdigkeit, betonte jedoch die Notwendigkeit der Veränderungen. Struktur- und Finanzfragen seien Teil eines umfassenden Wandels der Kirche in Deutschland. "Wenn man sie annimmt, entstehen auch neue Möglichkeiten - etwa, Ressourcen gezielt in pastorale Projekte zu investieren."

Bistum Trier

Das Bistum Trier ist das älteste in Deutschland. Es erstreckt sich über eine Fläche von 12.870 Quadratkilometern. Im Bistum Trier, das Grenzen zu Frankreich, Luxemburg und Belgien hat, leben etwa 2,5 Millionen Menschen, davon sind 1,1 Millionen katholisch. 

Als erster Bischof von Trier gilt der Heilige Eucharius im dritten Jahrhundert. Das spätere Erzbistum, dessen Oberhirten seit 1198 auch Kurfürsten waren, war eines der wichtigsten im alten Reich. Es umfasste ein Gebiet vom französischen Stenay an der Maas im Westen bis vor Gießen im Osten. 

Liebfrauenkirche und Trierer Dom / © Julia Steinbrecht (KNA)
Liebfrauenkirche und Trierer Dom / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
KNA