Bistum Münster stellt Priester wegen Vorwurfs der Belästigung frei

Kirchenrechtliche Untersuchung eingeleitet

Wegen des Vorwurfs sexueller Belästigung hat das Bistum Münster einen Priester mit sofortiger Wirkung vom Dienst freigestellt. Hintergrund ist ein von der Staatsanwaltschaft Münster eingeleitetes Strafverfahren.

Die Evangelische Kirche in Deutschland veröffentlicht im Januar 2024 eine umfassende Studie zum Thema sexualisierte Gewalt / © Heike Lyding (epd)
Die Evangelische Kirche in Deutschland veröffentlicht im Januar 2024 eine umfassende Studie zum Thema sexualisierte Gewalt / © Heike Lyding ( epd )

Das teilte das Bistum am Freitag mit. Es gehe um einen Ordenspriester, der seit Februar 2026 in einer Kirchengemeinde im Münsterland eingesetzt war.

Keine Betroffenen im Zusammenhang mit priesterlichen Tätigkeit

"Damit sind dem Priester alle priesterlichen und seelsorglichen Tätigkeiten im Bistum Münster verboten", hieß es weiter in der Mitteilung. Das Bistum habe eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet und – wie kirchenrechtlich vorgegeben – den Generaloberen des Ordens informiert. "Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es keine Betroffenen im Zusammenhang mit der priesterlichen Tätigkeit." 

Bistum Münster

Mit rund 1,59 Millionen Katholikinnen und Katholiken ist das Bistum Münster die mitgliederstärkste Diözese in Deutschland. Aber auch hier hat die Kirche mit schwindenden Mitgliederzahlen und den Folgen daraus zu kämpfen. Zwar rechnet das Bistum für das laufende Jahr mit Kirchensteuereinnahmen von rund 454,7 Millionen Euro. Die "Kirchensteuerkraft" – also das, was sich die Diözese mit dem Geld leisten kann – lässt aber stark nach: Bis 2060 soll sie sich im Vergleich zu 2017 halbiert haben.

Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke (KNA)
Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke ( KNA )
Quelle:
KNA