Am Hildesheimer Domhof bleibt es am Samstagabend eine Stunde dunkler als sonst: Das Bistum Hildesheim beteiligt sich erneut an der weltweiten Earth Hour und schaltet die Beleuchtung des Mariendoms aus.
"Wir machen mit, da wir kraft unseres Evangeliums und unseres Glaubens ein Zeichen setzen, dass die Schöpfung ein Geschenk ist – und dass es gilt, achtsam und ressourcenschonend damit umzugehen", erklärt Domdechant Heinz-Günter Bongartz.
Das Bistum setzt nicht nur symbolisch ein Zeichen, sondern handelt bereits konkret: Der Hildesheimer Dom wird mit CO2-armer Fernwärme beheizt, der Strom stammt aus erneuerbaren Quellen, und die Grundtemperatur liegt bei 9-11 Grad, um Energie zu sparen.
Klimaneutral bis 2023
Ein zentraler Baustein der bistumsweiten Klimastrategie ist der Transformationsprozess "Zukunftsräume". In zweijährigen Prozessen entwickeln die 119 Kirchengemeinden vor Ort ihre zukünftige Ausrichtung – und prüfen dabei auch, welche Gebäude sie benötigen und wie diese energetisch saniert werden können.
"Unser Ziel ist, bis 2035 bilanziell klimaneutral zu sein", sagt Architektin Olga Kraus. "Dafür setzen wir auf fossile Energiefreiheit und mehr Unabhängigkeit von Öl und Gas." Domdechant Bongartz betont: "Wir können nicht Wasser predigen und Wein trinken." Schöpfungsgerechtes Handeln gehöre zum "festen Auftrag" der Kirche.
Earth Hour: Ein globales Zeichen
Die Earth Hour, initiiert vom WWF, findet weltweit statt: Für eine Stunde werden Lichter an Sehenswürdigkeiten, öffentlichen Gebäuden und in Privathaushalten ausgeschaltet - als Symbol für Klimaschutz und bewussten Energieverbrauch. Das Bistum Hildesheim beteiligt sich seit 2018 regelmäßig. "Wir machen's aus. Zeichen setzen. Fürs Klima", lautet das diesjährige Motto. Aus Sicherheitsgründen bleiben Treppen und Wege am Domhof jedoch beleuchtet.