Bistum Eichstätt stellt Jugendarbeit neu auf

Neues Modell sorgt auch für Kritik

Das Bistum Eichstätt ordnet seine Jugendarbeit neu. Zwei Jugendstellen bleiben dauerhaft bestehen, zwei weitere werden vorerst als Außenstellen geführt. Kritik an der Neuordnung kommt vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend.

Symbolbild Jugendliche haben im Glauben ihr Glück gefunden / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Symbolbild Jugendliche haben im Glauben ihr Glück gefunden / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Die Jugendarbeit im Bistum Eichstätt wird künftig nach einem sogenannten 2+2-Modell organisiert. So sollen die Jugendstellen in Nürnberg-Süd und Gaimersheim dauerhaft erhalten bleiben, wie das Bistum am Donnerstag mitteilte. Sie werden Dienstleistungs- und Servicezentren für die kirchliche Jugendarbeit und die Jugendverbandsarbeit sein. 

Blick auf die Innenstadt und den Eichstätter Dom / © Katharina Gebauer (KNA)
Blick auf die Innenstadt und den Eichstätter Dom / © Katharina Gebauer ( KNA )

Zusätzlich würden die Standorte Herrieden und Neumarkt als Außenstellen der Jugendstelle Nürnberg-Süd weitergeführt, bis die pastoralen Strukturplanungen im Bistum umgesetzt seien. Das Bistum hatte im Februar 2025 angekündigt, die Dekanatsbüros und kirchlichen Jugendstellen bis Ende 2026 schließen zu wollen. 

Während die pastorale Arbeit weiter dezentral in den Pastoralräumen stattfinden solle, würden die Verwaltungstätigkeiten künftig im Bischöflichen Ordinariat gebündelt, hieß es. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Eichstätt hatte dagegen eine Unterschriftenaktion initiiert und einen offenen Brief an die Verantwortlichen geschrieben. Auch der Katholikenrat, das höchste Laiengremium im Bistum, hatte das Vorgehen moniert. 

Vom Bistum heißt es, die nun getroffene Entscheidung sei unter Beteiligung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie Vertretern der Fachstellen Jugend entstanden. Dazu habe es unter anderem zwei Austauschrunden gegeben, um Lösungsansätze zu entwickeln. "Mit dem 2+2-Modell schaffen wir nun eine tragfähige Struktur, die Stabilität gibt und gleichzeitig Entwicklung ermöglicht", sagte Sarah Hairbucher, Leiterin des Fachbereichs Jugend. 

BDKJ kritisiert 2+2-Modell 

Unterdessen zeigt sich der BDKJ enttäuscht über die Lösung. Man habe bei den Austauschrunden ein eigenes, zukunftsfähiges Modell präsentiert, das auf den Erfahrungen in der Jugendarbeit basiere. Vier Jugendstellen im Bistum seien eine Minimalanforderung. "Mit der nun vorgestellten Entscheidung, lediglich zwei Jugendstellen dauerhaft zu sichern und zwei weitere nur bis zur Umsetzung der pastoralen Raumplanung 2030+ zu erhalten, weicht das Bistum von diesem qualifiziert entwickelten Vorschlag ab." 

Stoppi, das Maskottchen der 72-Stunden-Aktion, der Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), daneben eine EU-Fahne, am Stand vom BDKJ am 31. Mai 2024 beim 103. Katholikentag in Erfurt. / © Julia Steinbrecht (KNA)
Stoppi, das Maskottchen der 72-Stunden-Aktion, der Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), daneben eine EU-Fahne, am Stand vom BDKJ am 31. Mai 2024 beim 103. Katholikentag in Erfurt. / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Stoppi, das Maskottchen der 72-Stunden-Aktion, der Sozialaktion des BDKJ mit EU-Fahne

Zudem sei mit dem Modell ein Abbau der Verwaltungsfachkräfte verbunden. Das erhöhe die Belastung für Haupt- und Ehrenamtliche sowie die Jugendreferenten. "Der veröffentlichte Beschluss gefährdet damit die Qualität und Verlässlichkeit der kirchlichen Jugendarbeit vor Ort", monieren die BDKJ-Vertreter. 

Planungssicherheit fehle, Vertrauen werde beschädigt und die pädagogische Begleitung werde erschwert. Die pädagogische und pastorale Begleitung, die Jugendliche und Ehrenamtliche durch die Jugendstellen erhielten, sei nicht durch allgemeine pastorale Aufgaben in den Pfarreien ersetzbar. 

Bistum Eichstätt

Das katholische Bistum Eichstätt erstreckt sich auf einer Fläche von 6.025 Quadratkilometern. In vseinen 271 Pfarrgemeinden leben aktuell rund 342.000 Katholikinnen und Katholiken, das sind gut ein Drittel der Gesamtbevölkerung im Bistumsgebiet. 

Die historischen Wurzeln des Bistums reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück. 740 wurde Willibald († 787), ein angelsächsischer Mönch, von Bonifatius in Eichstätt zum Priester und 741 in Sülzenbrücken bei Erfurt zum Bischof geweiht. Bischofsweihe und endgültige Niederlassung in Eichstätt markieren die Anfänge des Bistums.

Eichstätter Dom / © Armin Weigel (dpa)
Eichstätter Dom / © Armin Weigel ( dpa )
Quelle:
KNA