Die Jugendarbeit im Bistum Eichstätt wird künftig nach einem sogenannten 2+2-Modell organisiert. So sollen die Jugendstellen in Nürnberg-Süd und Gaimersheim dauerhaft erhalten bleiben, wie das Bistum am Donnerstag mitteilte. Sie werden Dienstleistungs- und Servicezentren für die kirchliche Jugendarbeit und die Jugendverbandsarbeit sein.
Zusätzlich würden die Standorte Herrieden und Neumarkt als Außenstellen der Jugendstelle Nürnberg-Süd weitergeführt, bis die pastoralen Strukturplanungen im Bistum umgesetzt seien. Das Bistum hatte im Februar 2025 angekündigt, die Dekanatsbüros und kirchlichen Jugendstellen bis Ende 2026 schließen zu wollen.
Während die pastorale Arbeit weiter dezentral in den Pastoralräumen stattfinden solle, würden die Verwaltungstätigkeiten künftig im Bischöflichen Ordinariat gebündelt, hieß es. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Eichstätt hatte dagegen eine Unterschriftenaktion initiiert und einen offenen Brief an die Verantwortlichen geschrieben. Auch der Katholikenrat, das höchste Laiengremium im Bistum, hatte das Vorgehen moniert.
Vom Bistum heißt es, die nun getroffene Entscheidung sei unter Beteiligung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie Vertretern der Fachstellen Jugend entstanden. Dazu habe es unter anderem zwei Austauschrunden gegeben, um Lösungsansätze zu entwickeln. "Mit dem 2+2-Modell schaffen wir nun eine tragfähige Struktur, die Stabilität gibt und gleichzeitig Entwicklung ermöglicht", sagte Sarah Hairbucher, Leiterin des Fachbereichs Jugend.
BDKJ kritisiert 2+2-Modell
Unterdessen zeigt sich der BDKJ enttäuscht über die Lösung. Man habe bei den Austauschrunden ein eigenes, zukunftsfähiges Modell präsentiert, das auf den Erfahrungen in der Jugendarbeit basiere. Vier Jugendstellen im Bistum seien eine Minimalanforderung. "Mit der nun vorgestellten Entscheidung, lediglich zwei Jugendstellen dauerhaft zu sichern und zwei weitere nur bis zur Umsetzung der pastoralen Raumplanung 2030+ zu erhalten, weicht das Bistum von diesem qualifiziert entwickelten Vorschlag ab."
Zudem sei mit dem Modell ein Abbau der Verwaltungsfachkräfte verbunden. Das erhöhe die Belastung für Haupt- und Ehrenamtliche sowie die Jugendreferenten. "Der veröffentlichte Beschluss gefährdet damit die Qualität und Verlässlichkeit der kirchlichen Jugendarbeit vor Ort", monieren die BDKJ-Vertreter.
Planungssicherheit fehle, Vertrauen werde beschädigt und die pädagogische Begleitung werde erschwert. Die pädagogische und pastorale Begleitung, die Jugendliche und Ehrenamtliche durch die Jugendstellen erhielten, sei nicht durch allgemeine pastorale Aufgaben in den Pfarreien ersetzbar.