Theologin Sattler sieht bei Frauen-Frage Fortschritte

Bisherige weltkirchliche Argumente überzeugen nicht?

Die katholische Kirche in Deutschland macht nach Ansicht der Theologin Dorothea Sattler Fortschritte mit Blick auf die Gleichberechtigung von Frauen. Begründungsbedürftig sei der Ausschluss von Frauen, nicht die Zulassung.

Dorothea Sattler bei Beratungen zum Synodalen Weg (Archiv) / © Harald Oppitz (KNA)
Dorothea Sattler bei Beratungen zum Synodalen Weg (Archiv) / © Harald Oppitz ( KNA )

"Dass Bischöfe das so formulieren und sagen, die bisherigen weltkirchlichen Argumente überzeugten sie nicht, das ist eine neue Situation - insofern haben wir jetzt schon sehr, sehr viel erreicht", sagte Sattler am Mittwoch im Podcast "Mit Herz und Haltung" der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen.

Auch in der Weltkirche neu darüber diskutieren

"Entsprechend nervös sind ja auch die römischen kurialen Kreise", sagte die Professorin für Ökumene und Dogmatik, die zusammen mit dem Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode beim Reformprojekt Synodaler Weg das Frauen-Forum leitet. Dem Forum sei es sehr wichtig, dass auch in der Weltkirche neu darüber diskutiert werde, welche theologischen Argumente überhaupt gegen eine Zulassung von Frauen zu Weiheämtern sprechen.

"Wir sind im Forum mit einer großen Mehrheit der Meinung, dass die bisherigen theologischen Argumente nicht tragen", so Sattler. "Im Forum haben wir abgestimmt, und 96 Prozent sind für die volle Teilnahme von Frauen am sakramentalen Dienst."

Synodalversammlung an Grenzen gestoßen

Das werde auch "in aller Klarheit" in dem Grundtext formuliert sein, den das Forum derzeit noch erarbeitet und der dann in der Synodalversammlung zur Abstimmung gestellt werden muss. Unter den 35 Mitgliedern des Forums sind die Bischöfe Michael Gerber (Fulda), Stefan Heße (Hamburg) und Rudolf Voderholzer (Regensburg).

Sattler räumte ein, dass das Forum bei dem Versuch, Konsens unter allen seinen Mitgliedern zu schaffen, auch an seine Grenzen gestoßen sei: "Dann haben wir ganz bewusst eine systemische Prozessbegleitung von außen erbeten, und das tut uns gut."

Quelle:
KNA
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