Bischof zur Rolle von "Viri probati" auf der Amazonas-Synode

Nur "ein Thema von vielen"

Der deutschstämmige Amazons-Bischof Johannes Bahlmann geht davon aus, dass die Frage nach der Priesterweihe für verheiratete Männer auch weiterhin ein Thema sein wird. Auf der Amazons-Synode sei ein anderer Aspekt zu kurz gekommen. 

Bernardo Johannes Bahlmann, Bischof von Obidos (KNA)
Bernardo Johannes Bahlmann, Bischof von Obidos / ( KNA )

Amazonas-Bischof Bernhard Johannes Bahlmann geht davon aus, dass die Frage nach der Priesterweihe für verheiratete Männer die Kirche weiter beschäftigen wird. Die Diskussion um die sogenannten Viri probati würden weitergeführt, sagte Bahlmann in einem Video-Interview mit katholisch.de (Mittwoch). Das Thema befindet sich in einer "Zeit des Reifens", so der deutschstämmige Bischof der Diözese Obidos im brasilianischen Amazonas-Gebiet.

Viri probati "ein Thema von vielen"

"Viri probati" seien bei der Amazonas-Synode im Oktober 2019 aber nur "ein Thema von vielen" gewesen, betonte Bahlmann, der bei der Versammlung dabei war. Bischöfe und Laien aus ganz Amazonien hatten damals im Vatikan über pastorale, ökologische, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen der Region diskutiert. Die Synodenteilnehmer sprachen sich für eine Priesterweihe bewährter, verheirateter Männer aus. Papst Franziskus hatte den Punkt in seinem Nachsynodalen Schreiben "Querida Amazonia" aber nicht aufgegriffen.

"Wie können wir trotz Priestermangel weiterhin eine lebendige Kirche sein?", müsse die Leitfrage bei der Diskussion um die Seelsorge im Amazonas-Gebiet sein, betonte Bahlmann. Ein wichtiger Schlüssel dazu sei die Stärkung der Laien, die in Amazonien bereits vielfach Führungspositionen bekleideten. Die Lebendigkeit der Kirche sei "nicht unbedingt abhängig vom geweihten Ministerium, sondern vom Engagement jedes Einzelnen", so der aus dem Bistum Münster stammende Bahlmann.

Bahlmann: Ökologie zu kurz gekommen

Der Bischof nannte die Amazonas-Synode einen Meilenstein auf dem Weg der Neuorientierung der Kirche Amazoniens seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965). Bei der Umsetzung des Abschlussdokuments und von "Querida Amazonia" müsse man Geduld haben.

Bahlmann kritisierte, dass die Frage nach der Ökologie als ein Schwerpunkt der Synode "in gewisser Weise zu kurz gekommen" sei. Das Thema sei im Vergleich zu den pastoralen Herausforderungen besonders drängend, denn: "Was nützen die besten Predigten, wenn wir in Zukunft keinen Lebensraum mehr haben?"

 

Quelle:
KNA
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