Bischof Wilmer lobt neues Umweltschreiben des Papstes

"Papst Franziskus will aufrütteln"

Die Deutsche Bischofskonferenz hat das neue Umweltschreiben von Papst Franziskus gelobt. "Laudate Deum" sei ein flammendes Plädoyer dafür, dass jetzt anstehende Entscheidungen auch getroffen würden, so Sozialbischof Heiner Wilmer.

Bischof Heiner Wilmer / © Michael Althaus (KNA)
Bischof Heiner Wilmer / © Michael Althaus ( KNA )

So heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung. Der Hildesheimer Bischof, der auch die Deutsche Kommission Justitia et Pax leitet, spricht von einem drängenden Ton in Franziskus' aktuellem Apostolischen Schreiben.

Anders als in seiner Umweltenzyklika "Laudato si" von 2015 richte der Papst das Augenmerk nun entschlossen auf die "Klimakrise", nicht den Klimawandel. "Papst Franziskus will aufrütteln", so Wilmer. "Er schreibt differenziert, lässt aber an keiner Stelle zu, dass die Differenzierungen den schonungslosen Blick auf die Wirklichkeit entspannen. Er wagt eine zugespitzte Zeitdiagnose, die auf Entscheidung drängt."

Bischof Georg Bätzing / © Harald Oppitz (KNA)
Bischof Georg Bätzing / © Harald Oppitz ( KNA )

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, sowie Umweltbischof Rolf Lohmann hatten das Dokument bereits am Erscheinungstag kommentiert. Bätzing sprach von einem eindringlichen klimapolitischen Weckruf; Lohmann rief dazu auf, mehr für den Klimaschutz zu tun.

Lob von Klimaaktivisten

Neben Hilfswerken äußerten sich auch Klimaaktivisten positiv. Franziskus habe vorgemacht, wie es gehe, sagte Luisa Neubauer von Fridays for Future bei einer Pressekonferenz im Vatikan. Wenn er in einer Institution wie der katholischen Kirche zu einem Kulturwandel aufrufen könne, dann könne dies auch jeder andere in seinem Bereich tun.

Bei DOMRADIO.DE sagte sie, sie sehe den Papst als Verbündeten. Er mache mit "Laudate Deum" und dem vorangegangenen Schreiben "Laudato si" deutlich, dass es "hier im Vatikan jemanden gibt, der verstanden hat, was Sache ist".

Zurückhaltender äußerte sich der Münchner Wirtschaftsethiker Johannes Wallacher. Zwar benenne Franziskus die Schwächen der internationalen Politik beim Klimaschutz und argumentiere deutlich gegen Leugner des Klimawandels, auch innerhalb der Kirche. Seine Vorschläge fielen aber eher schwammig aus, sagte der Präsident der Münchner Hochschule für Philosophie der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Am Mittwoch hatte der Vatikan das Apostolische Schreiben "Laudate Deum" veröffentlicht. Papst Franziskus ruft darin zu zügigen und umfassenden Maßnahmen gegen die Erderwärmung auf. Das Dokument ist eine Fortführung der Umweltenzyklika "Laudato si" von 2015.

Quelle:
KNA