Bischof von Odessa schildert Lage vor Ort

"Uns bleibt nur noch das Gebet um Frieden"

In der Ukraine verlassen derzeit viele Menschen die Städte, aus Angst vor weiteren russischen Angriffen auch auf zivile Ziele, so der Bischof von Odessa-Simferopol, Stanislaw Szyrokoradiuk. Die Kirche bleibt vor Ort bei den Menschen.

Ukraine, Schtschastja: Eine Alte Dame geht während eines Beschusses in der Region Luhansk eine Straße entlang um Wasser aus einem Brunnen zu holen / © Vadim Ghirda (dpa)
Ukraine, Schtschastja: Eine Alte Dame geht während eines Beschusses in der Region Luhansk eine Straße entlang um Wasser aus einem Brunnen zu holen / © Vadim Ghirda ( dpa )
Bischof Stanislaw Szyrokoradiuk (KNA)
Bischof Stanislaw Szyrokoradiuk / ( KNA )

Die Spannung und Ungewissheit seien groß, berichtet der katholische Bischof von Odessa-Simferopol, Stanislaw Szyrokoradiuk, im Telefonat mit der Presseagentur Kathpress (Donnerstag). "Niemand weiß, wann der nächste Angriff folgt", so der Bischof. Die Befürchtungen einer Ausweitung des Krieges bestätigten sich nun; derzeit seien 20 Städte zugleich unter Beschuss.

Auch in Odessa habe es in den frühen Morgenstunden Angriffe auf das nahe der Stadt befindliche Militärlager gegeben, berichtet der Bischof. Das Stadtzentrum sei bislang nicht betroffen. In Kiew und Charkiw sei die Situation allerdings schlimmer.

"Alle Priester sind geblieben"

Er selbst habe dennoch die Morgenmesse gefeiert, zu der viele Gläubige gekommen seien. Die Kirche sehe es als ihre Aufgabe, vor Ort bei den Menschen zu sein. "Alle Priester sind  geblieben", so der Bischof und Franziskaner.

Stanislaw Szyrokoradiuk, Bischof von Odessa-Simferopol

"Uns bleibt nur noch das Gebet um Frieden, und wir bitten auch die Menschen auf der ganzen Welt darum."

Seelsorge sei wichtig angesichts der Bedrohung. Szyrokoradiuk wörtlich: "Uns bleibt nur noch das Gebet um Frieden, und wir bitten auch die Menschen auf der ganzen Welt darum." Frieden bleibe "trotz allem unsere Hoffnung".

Ukrainischer Militärsprecher: Mehr als 40 Soldaten getötet

Bei russischen Luftangriffen sind ukrainischen Angaben zufolge mehr als 40 Soldaten getötet worden. Entgegen separatistischer Angaben sei die Frontlinie in der Ostukraine nicht durchbrochen worden, sagte Militärsprecher Olexij Arestowytsch am Donnerstag vor Journalisten.

Die Kleinstadt Schtschastja sei weiter unter ukrainischer Kontrolle. Zuvor hatten die prorussischen Separatisten von der Einnahme von Schtschastja sowie der Kleinstadt Stanyzja Luhanska berichtet.

 (DR)
Quelle:
KNA
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