Bischof Overbeck ruft nach neuem Miteinander in der Ökumene

"Es ist noch ein weiter Weg"

In der Ökumene bleibt laut Franz-Josef Overbeck noch viel zu tun. Dem Essener Bischof zufolge ist es noch ein weiter Weg, bis Konkurrenz dem "Reichtum des Miteinanders" weicht. Gleichzeitig glaubt er an den interreligiösen Dialog.

Bischof Franz-Josef Overbeck / © Andre Zelck (KNA)
Bischof Franz-Josef Overbeck / © Andre Zelck ( KNA )

"Es ist noch ein weiter Weg zur immer größeren Einheit im Glauben, die dann nicht mehr verstanden werden darf als eine Konkurrenz zur jeweiligen eigenen konfessionellen Identität, sondern als ein neuer Reichtum des Miteinanders aller", sagte Overbeck am Sonntag.

Anlass war der 75. Geburtstag von Weihbischof Wilhelm Zimmermann, der in einem Gottesdienst im Essener Dom und auf einem Empfang gewürdigt wurde.

Vielfalt in Einheit stärkt Glaubwürdigkeit des Christentums

Als Weihbischof verantwortet Zimmermann die Themen Ökumene und interreligiöser Dialog im Bistum Essen. Overbeck sagte, dass Zimmermann die Ökumene "mit großer Aufmerksamkeit und Liebe" zu seinem Anliegen gemacht habe.

Sowohl in den ökumenischen Partnern der evangelischen Kirche als auch der orthodoxen und orientalischen Tradition habe der Weihbischof "jene Vielfalt entdeckt, die, in Einheit zusammengefügt, die Glaubwürdigkeit des Christentums auf Dauer stärken und stützen wird".

Der interreligiöse Dialog – insbesondere mit den jüdischen und muslimischen Gemeinschaften – werde "in einer Welt, in der sich immer mehr Menschen von der Wirklichkeit Gottes als einer geglaubten abwenden, zu einem tieferen Zusammenfinden aller führen, die an Gott glauben", so Overbeck.

Ökumene

Der Begriff "Ökumene" stammt aus dem Griechischen und heißt wörtlich übersetzt "die ganze bewohnte Erde". Gemeint sind die Bemühungen um die Einheit aller getrennten Christen. Die Ökumenische Bewegung ging zunächst von evangelischer Seite aus; als Beginn gilt die Weltmissionskonferenz von Edinburgh im Jahr 1910. Sie führte 1948 zur Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen (Weltkirchenrat, ÖRK) mit Sitz in Genf. Ihm gehören heute 349 reformatorische, anglikanische und orthodoxe Kirchen mit 560 Millionen Christen in 110 Ländern an.

Bewegung in der Ökumene / © Paul Sklorz (KNA)
Bewegung in der Ökumene / © Paul Sklorz ( KNA )
Quelle:
KNA