Meier sagte laut Manuskript am Gründonnerstag im Augsburger Dom: "Es stimmt mich traurig, dass das Verlangen nach dem 'Brot des Lebens' nur bei kirchlichen Insidern wach geblieben ist." Der Bischof fragte: "Gehört dieses Brot nicht bekanntlich zur schwer verdaulichen Kost auf der 'Menükarte' heutiger Sinnangebote, die viel leichter und billiger zu haben sind?" Man könne sich auch sonst gut ernähren.
"Es macht mich nachdenklich, dass anscheinend in jeder beliebigen Wochenendfete Gemeinschaft eher erlebt wird als in der Kommunion des Lebensbrotes. Dabei sind wir Kinder unserer Zeit, der wir nicht einfach entschlüpfen können - einer Zeit, die das Gespür für das Heilige zu verlieren droht."
"Nicht das Sakrament der Versöhnung"
Meier erinnerte: "Eucharistie ist nicht der Tisch der Sünder, an den Jesus sich hinsetzt. Das Letzte Abendmahl war keines derjenigen Mähler, die Jesus mit 'Zöllnern und Sündern' hielt." Und weiter: "Eucharistie ist nicht das Sakrament der Versöhnung. Deshalb gilt auch heute: 'Wer unwürdig isst, der isst und trinkt sich das Gericht.'" In der Hostie werde den Menschen das Allerheiligste geschenkt, betonte der Bischof. "Das Aller-Heiligste, was wir überhaupt haben, wird uns in die Hand gelegt: Jesus selbst."
Meier äußerte sich auch zur Frage der Art der Kommunion, per Hand oder per Mund: "Selbst im Abendmahlssaal hat Jesus das Brot den Aposteln nicht in den Mund gesteckt, sondern es ihnen gereicht. Nicht nur die Hand kann sündigen, sondern auch die Zunge - vom Zungenschlag bis zum Zungenkuss." Was bei der Kommunion in Gottes Augen zähle, sei nicht die Form, sondern die Haltung, das Herz. "Haben wir keine Angst davor, unser Herz Gott zu schenken."